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w26 Juli S. 26-30
Ken Kiuchi.

LEBENSBERICHT

Ich habe mich von Jehova formen lassen

ERZÄHLT VON KEN KIUCHI

MEINEN ersten Tag in der Bethel-Buchbinderei in Brooklyn (New York, USA) werde ich nie vergessen. Der laute und gleichmäßige Takt der Maschinen machte großen Eindruck auf mich. Ein strenger Ölgeruch lag in der Luft und alles war voller Papierstaub.

Den tiefsten Eindruck hinterließen aber die Menschen, die ich dort beobachtete – lauter junge Brüder und Schwestern bei einer monotonen Arbeit. Sie standen nicht im Rampenlicht und waren trotzdem glücklich und zufrieden. Durch sie habe ich gelernt, was es bedeutet, Jehova demütig zu dienen.

Im Lauf der Jahre hat mich Jehova kontinuierlich geschult und geformt. Aber als Erstes möchte ich gern von meiner Wahrheitssuche als Buddhist erzählen.

ICH SUCHTE SCHON ALS KIND NACH GOTT

Ich wurde als ältestes von vier Kindern in Chicago (Illinois, USA) geboren und bin dort auch aufgewachsen. Auf der Suche nach dem sogenannten amerikanischen Traum waren meine Eltern aus Japan ausgewandert. Sie wollten ihren Kindern die beste Bildung und Karriere ermöglichen.

Meine Eltern waren tiefgläubige Buddhisten. Mutter wuchs in unmittelbarer Nähe eines buddhistischen Tempels auf. Ihr Vater und zwei ihrer Brüder waren Mönche. Meine Kindheit war daher vom Buddhismus geprägt. Wenn ich von der Schule nach Hause kam, verbrannte ich zuallererst Weihrauch vor unserer buddhistischen Statue und brachte Reis und Wasser als Opfergaben dar. Sonntags gingen wir zu einem Tempel, wo wir vor einer ähnlichen Statue Gebete sangen. Sie war nur viel größer und vergoldet.

Ich weiß noch, wie ich mit ungefähr 7 Jahren die Statue bei uns zu Hause anstarrte und mich fragte: „Was passiert nach dem Tod mit mir?“ Nach der buddhistischen Lehre würde ich irgendwo im Geisterreich weiterexistieren. Mir wurde klar, dass mein Leben auf der Erde eines Tages enden würde. Vielleicht wäre ich dann ein Geist, aber eben kein Mensch mehr. Das machte mich traurig und ich fühlte mich hilflos.

Als Jugendlicher fand ich die buddhistischen Rituale irgendwann sinnlos. Mir fehlte etwas in meinem Leben (Mat. 5:3). Tief im Innern wusste ich, dass es einen allmächtigen, lebendigen Gott geben muss. Und ich wollte ihn kennenlernen. Ich dachte, dass mir vielleicht die Bibel weiterhelfen könnte. Ausgerechnet auf einem buddhistischen Fest kaufte ich mir also eine gebrauchte King James Version.

Ken Kiuchi als junger Mann mit seinem Bibellehrer Wilson Bashou.

Mit Wilson Bashou, durch den ich die Wahrheit kennengelernt habe

Als ich 17 war, ging ich einmal mit unserem Hund spazieren und wurde von einem Bruder namens Wilson Bashou angesprochen. Er fragte mich: „Weißt du, was Gott für die Zukunft verspricht?“ Diese Frage führte zu einem tiefen biblischen Gespräch. Wilson las mir Offenbarung 17:1 vor und fragte: „Was ist mit den ‚vielen Gewässern‘ gemeint, auf denen die Hure sitzt?“ Ich hatte keine Ahnung. Daraufhin zeigte er mir Vers 15, wo gesagt wird, dass sich das auf Menschen bezieht. Es beeindruckte mich, dass Jehovas Zeugen die Bibel sich selbst auslegen lassen. Zum Schluss gab mir Wilson noch das Buch Die Wahrheit, die zu ewigem Leben führt. Dieses kleine blaue Buch veränderte mein Leben. Zehn Tage später besuchte ich meine erste Zusammenkunft. Ich werde nie vergessen, wie herzlich man mich dort empfing. Von da an ging ich regelmäßig hin, und ich fing ein Bibelstudium an. Ich war von der Bibel so begeistert, dass wir manchmal 8 Stunden am Stück studierten.

Meine Eltern machten sich Sorgen und legten mir Steine in den Weg. Aber je mehr ich mich mit der Bibel beschäftigte, desto überzeugter war ich, die Wahrheit gefunden zu haben. 1983 ließ ich mich taufen.

ICH TAUSCHTE DIE UNIVERSITÄT GEGEN DEN PIONIERDIENST EIN

Zur Zeit meiner Taufe studierte ich an einer renommierten Universität Medizin. Meine Eltern hatten große Opfer gebracht, um mir das zu ermöglichen. Ich hätte weiterstudieren können, wollte aber lieber Jehova mein Bestes geben und mit dem Vollzeitdienst beginnen.

Mein Vater hatte mich gewarnt: „Wenn du die Universität verlässt, setz ich dich auf die Straße.“ Ich war traurig und durcheinander, weil ich meine Eltern liebte und sie nicht enttäuschen wollte. Oft ging ich spätabends über das Universitäts­gelände und betete unter dem Sternenhimmel: „Bitte, Jehova, hilf mir bei dieser Entscheidung!“ Als ich mich schließlich gegen die Uni entschied, musste ich von zu Hause ausziehen. Ich rief Wilson an und erzählte ihm, was passiert war. Er bot mir freundlicher­weise an, zu ihm zu ziehen. Also packte ich alle meine Sachen in eine Tasche und fuhr mit dem Bus zu seiner Wohnung. Mich überkam eine unbeschreibliche Ruhe, und ich wusste, dass ich die richtige Entscheidung getroffen hatte.

Ich fühlte mich wie ein Vogel, den man aus dem Käfig freigelassen hatte. Jetzt konnte ich mich ganz auf den Dienst konzentrieren. 1984 fing ich mit dem Pionierdienst an.

Jehova hat mir im Pionierdienst geholfen, wertvolle Eigenschaften wie Ausdauer zu entwickeln. Einmal wäre ich am liebsten zu Hause geblieben. Ich war entmutigt, weil ich für den Nachmittag keinen Dienstpartner hatte. Aber ich ging trotzdem los. Nach zwei Stunden war ich so müde und fühlte mich so einsam, dass ich eigentlich aufhören wollte. Außerdem sah es nach Regen aus. Doch dann beschloss ich, noch an einer letzten Tür zu klingeln. Auf dem Weg in den zweiten Stock sah ich plötzlich einen jungen Filipino vor mir. Ich dachte: „Der hat bestimmt kein Interesse.“ Das war ein Irrtum. Ich begann ein Studium mit ihm und er wurde mein Glaubensbruder.

SCHULUNG IM BETHEL

Nachdem ich zwei Jahre bei Wilson gelebt hatte, wurde ich 1985 nach Brooklyn ins Bethel eingeladen. Wie bereits erwähnt, kam ich in die Buchbinderei. Als ich einmal an der Prägemaschine arbeitete, ruinierte ich aus Versehen Hunderte von Bucheinbänden und musste den Vorfall melden. Ich erklärte bis ins Einzelne, wie es dazu gekommen war, vergaß aber etwas Entscheidendes. Der Aufseher erinnerte mich freundlich: „Es schadet nie, sich zu entschuldigen.“ Damals ist mir klar geworden, wie wichtig es ist, zu seinen Fehlern zu stehen und zu sagen: „Es tut mir leid.“

Ken hält in der Buchbinderei Material für Einbände hoch.

Ich erzähle Besuchern etwas über die Buchbinderei in Brooklyn

Was es bedeutet, anderen zu dienen, konnte ich bei Älteren aus der Bethelfamilie beobachten. Einmal saß Bruder Milton Henschel von der Leitenden Körperschaft mit uns am Mittagstisch. An diesem Tag war im Speisesaal ungewöhnlich viel los und die Servierer hatten alle Hände voll zu tun. Wir jüngeren Brüder machten uns hinter vorgehaltener Hand über den langsamen Service lustig. Doch Bruder Henschel stand wortlos auf und half den Servierern, Wasserkaraffen und Teller mit Brot und Butter zu verteilen. Diese Szene hat sich fest bei mir eingebrannt. Sie erinnerte mich an Jesu Demut, als er seinen Aposteln die Füße wusch (Joh. 13:3-5).

„DU SOLLTEST JAPANISCH LERNEN!“

Mit Michiko Oda und ihrem Mann

1987 reiste ich nach Japan und war beeindruckt, wie eifrig und demütig die Brüder und Schwestern dort waren. Ich hätte sie gern unterstützt, aber leider konnte ich kein Japanisch. Michiko Oda, eine Schwester im Bethel, sah mir fest in die Augen und sagte: „Du solltest Japanisch lernen!“ Ich befolgte ihren Rat. Damals ahnte ich nicht, wie das mein Leben verändern würde.

Einige Monate später wechselte ich in New York in eine japanische Versammlung. Das Erlernen der Sprache eröffnete mir viele Möglichkeiten, mich für Jehova einzusetzen. 1989 besuchte ich in Los Angeles (Kalifornien) meinen ersten japanischen Kongress. Dort fiel mir Miwako Onami auf, eine Pionierin, die im Drama mitspielte.

Miwako und ich heirateten 1992 und durften Jehova im Brooklyner Bethel dienen. Meine Frau ist ein rücksichtsvoller und fürsorglicher Mensch, der jedem gern hilft. Durch ihr Beispiel habe ich gelernt, mit anderen liebevoller umzugehen. Sie ist ein echtes Geschenk von Jehova und macht mich unendlich glücklich.

Ken und Miwako Kiuchi als Hochzeitspaar.

Am Tag unserer Heirat

BETHEL IN JAPAN UND SONDERDIENST

Irgendwann wurden Miwakos Eltern, die in Japan lebten, sehr krank. 1999 durften wir ins japanische Bethel wechseln, damit wir in ihrer Nähe sein und uns um sie kümmern konnten.

Die Bethelfamilie hat uns herzlich aufgenommen, und wir haben uns schnell eingelebt. Durch meine japanischen Brüder und Schwestern wurde ich weiter geformt. Von ihrer Großzügigkeit und außergewöhnlichen Gastfreundschaft zum Beispiel konnte ich mir viel abschauen. Sie arbeiten gewissenhaft und konzentriert und sind sehr teamfähig. Japaner legen großen Wert darauf, harmonisch ein gemeinsames Ziel zu verfolgen, statt Einzelkämpfer zu sein. Dadurch habe ich gelernt, demütig mit anderen zusammen­zu­arbeiten und mich über meinen kleinen Anteil am Werk Jehovas zu freuen.

Trotzdem konnte ich aufgrund kultureller Unterschiede manchmal nicht nachvollziehen, warum etwas auf eine bestimmte Weise getan wurde. Ich musste lernen, geduldig zu sein und nicht überzureagieren. Doch ich ließ mein Denken formen und erkannte, dass Jehova jede Entscheidung segnen kann, solange wir der Anleitung folgen, die er uns durch seine Organisation gibt. Letztlich ist er derjenige, der einer Sache Erfolg schenkt.

Ich vergleiche den Formungsprozess, den ich im Bethel erlebt habe, oft mit der Schulung, die Moses erhielt. In den 40 Jahren, die er als Hirte tätig war, entwickelte er mit der Hilfe Jehovas ein sanftes Wesen. Wie Moses komme auch ich aus einem Umfeld, in dem Bildung eine große Rolle spielt. Das machte mich stolz und selbstsicher. Doch im Bethel habe ich gelernt, demütig zu sein und mich auf Jehova zu verlassen. So wie Jehova Moses geduldig formte, hat er es in all den Jahren auch bei mir getan.

Ken sitzt an seinem Schreibtisch.

Im Bethel in Japan

Wir kümmerten uns 24 Jahre lang um Miwakos Eltern. Es gab viele Telefonate zu erledigen, wir erlebten sorgenvolle Momente und wir mussten oft ins Krankenhaus fahren. Die Gesundheit von Miwakos Mutter Masako verschlechterte sich so sehr, dass sie kaum noch laufen konnte. Es fiel ihr schwer, die Zusammenkünfte zu besuchen und in den Dienst zu gehen. In den Wochen vor ihrem Tod war sie auf einen Rollstuhl angewiesen. Doch ihre Liebe zu Jehova war ungebrochen. Wann immer sie über die Wahrheit sprechen konnte, strahlte sie übers ganze Gesicht. Jehova zu dienen, hat ihr unabhängig von den Umständen immer Zufriedenheit und Freude geschenkt. Ihr Beispiel motiviert mich bis heute.

Ken und Miwako als Sonderpioniere.

Mit Miwako beim Predigen auf Okinawa

Im Jahr 2024 gab es in unserem Leben eine große Veränderung. Nach über 30 Jahren im Bethel ging es für uns in den Sonderdienst. Wir sind auf der Insel Okinawa eingesetzt und besuchen Familien, die auf dem nahe gelegenen Militärstützpunkt leben. Durch die gute Schulung im Bethel ist uns der Wechsel viel leichter gefallen. Dadurch, dass wir uns auf den Dienst konzentrieren und uns fleißig einsetzen, können wir unsere Zeit bestmöglich nutzen. Jehova hat uns Bibelschüler geschenkt, die für uns wie Familie geworden sind. Wir sehen jetzt noch deutlicher, wie wichtig es ist, Menschen zu lieben. Miwako und ich danken Jehova jeden Tag für diese schöne Aufgabe.

ICH WILL MICH WEITER VON JEHOVA FORMEN LASSEN

Meine Angehörigen haben sich noch nicht für Jehova entschieden, machen mir aber keine Schwierigkeiten mehr. Doch wie Jesus versprochen hat, wird jemand, der wegen der Wahrheit seine Familie verlässt, 100-fach entschädigt (Mar. 10:29, 30). Genau das habe ich erlebt. Die vielen Familien, die mich im Lauf der Jahre wie einen eigenen Sohn geliebt und umsorgt haben – ob im Osten oder im Westen –, kann ich gar nicht alle aufzählen.

Das Wahrheits-Buch, das Wilson mir gegeben hat, besitze ich immer noch. Jedes Mal, wenn ich es sehe, werde ich daran erinnert, wie Jehova sich von mir finden ließ (1. Chr. 28:9). Ich bin entschlossen, mich weiter von ihm formen zu lassen und anderen von der Wahrheit zu erzählen, die zu ewigem Leben führt.

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