6.-12. APRIL 2026
LIED 82 „Lasst euer Licht leuchten“
Ein gutes Verhältnis zu Verwandten, die keine Zeugen Jehovas sind
„Lasst uns … nicht aufhören, Gutes zu tun“ (GAL. 6:9).
FOKUS
Was zu einem guten Verhältnis mit Verwandten beiträgt, die keine Zeugen Jehovas sind, und wie man ihnen vielleicht helfen kann, sich für die Wahrheit zu öffnen.
1-2. Was könnte das Verhältnis zu unseren Verwandten belastet haben, als wir die Wahrheit kennengelernt haben?
JESUS sagte einmal zu einem Mann, der ihn begleiten wollte: „Geh nach Hause zu deinen Verwandten, und erzähl ihnen, was Jehova alles für dich getan hat“ (Mar. 5:19). Er wusste nur zu gut, dass man mit seinen Verwandten gern über das spricht, was einen begeistert.
2 Wie war es bei dir, als du begonnen hast, die Bibel zu studieren? Wahrscheinlich hast du deiner Familie gleich davon erzählt. Die Reaktionen fielen aber womöglich anders aus als erwartet. Oder die Art und Weise, wie du über deinen Glauben gesprochen hast, hat für Verärgerung gesorgt. Wie ist ein gutes Miteinander in der Familie möglich, ohne dass man von seiner Überzeugung abrückt?
3. Worum geht es in diesem Artikel?
3 In diesem Artikel geht es um folgende Punkte: 1. Wie uns Mitgefühl bewegen kann, für ungläubige Verwandtea da zu sein, selbst wenn sie die gute Botschaft ablehnen. 2. Wie wir es schaffen, über negative Bemerkungen und unfreundliches Verhalten hinwegzusehen. 3. Wie Geduld und Optimismus dazu beitragen können, dass sich unsere Verwandten für die Wahrheit öffnen. 4. Wie wir ihnen zeigen können, dass wir sie lieben.
LASS DICH VON MITGEFÜHL MOTIVIEREN
4. Wie ging Jesus mit Gleichgültigkeit um?
4 Jesus gab Menschen, die auf seine Botschaft gleichgültig reagierten, nicht auf. Er verglich sich mit einem Winzer, der viel Arbeit in einen unfruchtbaren Feigenbaum investierte (Luk. 13:6-9). Zu diesem Zeitpunkt hatte sich Jesus schon über drei Jahre bemüht, den Glauben der Juden zu fördern. Warum wollte er ihnen nach wie vor helfen? Er hatte Geduld mit ihnen, weil er mitfühlend war.
5. Warum zeigte Jesus seinen jüdischen Landsleuten Mitgefühl?
5 Jesus hatte Mitgefühl mit den Juden, weil ihnen die religiösen Führer nicht geholfen hatten, Gott näherzukommen. Seine Landsleute waren „wie Schafe ohne einen Hirten“ (Mar. 6:34). Kurz vor seinem Tod weinte Jesus sogar über Jerusalem. Er wusste, dass die meisten Einwohner der Stadt sterben würden, weil sie nicht an ihn glaubten (Luk. 19:41-44). Liegen dir deine Verwandten auch so am Herzen? Das wird dich motivieren, ihnen zu helfen.
6. Warum ist es wichtig, mit Verwandten, die unseren Glauben nicht teilen, geduldig zu sein? (Galater 6:9).
6 Lies Galater 6:9. Wenn sich deine Verwandten im Moment nicht für deinen Glauben interessieren, hab Geduld mit ihnen und hör nicht auf, „Gutes zu tun“. Es kann etwas dauern, bis jemand tief sitzende Vorurteile überwindet und Glauben aufbaut. Wahrscheinlich kannst du dich an eine Zeit erinnern, in der du „keine Hoffnung“ hattest und „ohne Gott in der Welt“ warst (Eph. 2:12). Und du hast erlebt, wie dir geholfen wurde. Vielleicht kannst du in deiner Familie Ähnliches bewirken.
ÜBER NEGATIVE BEMERKUNGEN UND UNFREUNDLICHES VERHALTEN HINWEGSEHEN
7. Woran könnte es gelegen haben, dass Jesu Halbbrüder nicht an ihn glaubten?
7 Jesu Halbbrüder haben bestimmt von seinen Wundern in Galiläa gehört (Luk. 4:14, 22-24). Trotzdem glaubten sie anfangs nicht an ihn (Joh. 7:5). Warum nicht? Das lässt die Bibel offen. Aber sie erklärt, was andere davon abhielt, Jesus nachzufolgen. Einige befürchteten, aus der Synagoge ausgeschlossen zu werden (Joh. 9:18-22). Andere kannten Jesus von klein auf und konnten sich nicht vorstellen, dass er der Messias war (Mar. 6:1-4). Vielleicht dachten Jesu Halbbrüder ähnlich. Welche Befürchtungen oder Vorbehalte könnten deine Verwandten haben?
8. Was könnte hinter negativen Bemerkungen oder unfreundlichem Verhalten stecken?
8 Mach dir bewusst, warum sie etwas Bestimmtes sagen oder tun. Jesu Verwandte, darunter vielleicht auch seine Brüder, sagten einmal zu ihm: „Er hat den Verstand verloren!“ (Mar. 3:21). Warum machten sie diese Bemerkung? Wie der Kontext zeigt, war Jesus so beschäftigt, dass er nicht einmal Zeit zum Essen hatte (Mar. 3:20). Möglicherweise hielten sie ihn für fanatisch. Auch deine Verwandten könnten denken, du nimmst deinen Glauben viel zu ernst. Gib ihnen Gelegenheit, zu sehen, dass du in Wirklichkeit ausgeglichen bist.
9. Wie kann man Verwandten helfen, anders über Jehovas Zeugen zu denken? (1. Petrus 3:1, 2). (Siehe auch die Bilder.)
9 Lass dein Verhalten für sich sprechen. Deine Freundlichkeit kann dazu führen, dass deine Verwandten ihre Meinung ändern. (Lies 1. Petrus 3:1, 2.) Ein Mann, der kein Zeuge Jehovas ist, fühlt sich vielleicht allein gelassen oder ärgert sich, wenn seine Frau die Zusammenkünfte besucht oder in den Predigtdienst geht. Um das zu verhindern, könnte sie so planen, dass sie möglichst viel Zeit mit ihm verbringen kann. Sie könnte in den Dienst gehen, wenn ihr Mann etwas zu tun hat oder nicht zu Hause ist. Durch Flexibilität und Ausgeglichenheit kann sie ihm helfen, seine Meinung über Jehovas Zeugen zu ändern.
Freundliche Worte und Taten können bewirken, dass jemand, der den Glauben des Ehepartners nicht teilt, seine Meinung über Jehovas Zeugen ändert (Siehe Absatz 9)g
10. Wie ging Jesus mit Kritik um, und was können wir von ihm lernen?
10 Denk nicht, du müsstest auf jede Kritik reagieren. Als Jesus beschuldigt wurde, er wäre „ein Fresser und ein Säufer“, rechtfertigte er sich nicht. Stattdessen forderte er die Leute auf, sich selbst ein Bild zu machen (Mat. 11:19). An seiner Lebensweise konnte man erkennen, dass er ausgeglichen war. (Vergleiche Johannes 2:2, 6-10.) Auch du brauchst nicht auf jede Kritik zu reagieren. Lass deine Verwandten an deinem Verhalten sehen, dass du ausgeglichen und glücklich bist. So können sie ihre eigenen Schlüsse ziehen. Vielleicht stellen sie dann fest, dass an den Gerüchten über Jehovas Zeugen nichts dran ist.
BLEIB GEDULDIG UND OPTIMISTISCH
11. Wie ging Jesus mit seinen Geschwistern um?
11 Wie die Evangelien erkennen lassen, blieb Jesus mit seinen Halbbrüdern geduldig. Sie waren offensichtlich dabei gewesen, als er in Kana sein erstes Wunder wirkte (Joh. 2:11, 12). Trotzdem glaubten sie nicht an ihn. Jesus brach deshalb aber nicht den Kontakt zu ihnen ab. Aus dem Bibelbericht lässt sich ableiten, dass er etwa drei Jahre später immer noch freundlich mit ihnen redete (Joh. 7:5-8).
12. Was kann uns helfen, optimistisch zu bleiben?
12 Zu wissen, wie barmherzig Jehova ist, kann dir helfen, zuversichtlich zu bleiben. Wenn die falsche Religion vernichtet wird, werden sich deine Verwandten vielleicht daran erinnern, dass du bereits über dieses Ereignis gesprochen hast (Offb. 17:16).b Möglicherweise schließen sie sich nach Beginn der großen Drangsal sogar noch dem Volk Jehovas an. Und wenn deine Verwandten heute schwere Zeiten durchmachen, kannst du so gut es geht für sie da sein. Zu beobachten, wie freundlich du bist und dass du sie wirklich liebst, macht sie vielleicht aufgeschlossener für die Wahrheit der Bibel.
ZEIG IHNEN, DASS DU SIE LIEBST
13. Welchen Eindruck wollen wir vermeiden?
13 Natürlich hast du im Dienst für Jehova viel zu tun. Gib deinen Verwandten trotzdem nicht den Eindruck, du hättest keine Zeit für sie oder sie würden dir nichts mehr bedeuten (Mat. 7:12). Wie kannst du ihnen zeigen, dass du sie liebst?
14-15. Wie können wir unseren Verwandten unsere Liebe zeigen? Erzähle ein Beispiel.
14 Bleib in Kontakt mit ihnen und zeig ihnen deine Liebe. Lass sie regelmäßig wissen, was in deinem Leben passiert. Du könntest deinen Verwandten zum Beispiel eine Nachricht schicken zusammen mit ein paar Fotos von irgendetwas Schönem, das du unternommen hast. Auch ein kleines Geschenk oder ein lieber Brief kann viel bewirken. Durch solche und ähnliche Gesten spüren sie deine Liebe.
15 Dazu das Beispiel von Anna, einer Schwester aus Armenien. Ihre Familie verbringt viel Zeit miteinander, besonders an Geburtstagen und Feiertagen. Als Anna eine Zeugin Jehovas wurde, befürchteten ihre Verwandten, ihr neuer Glaube würde die Familie auseinanderbringen. Sie machten sich auch Sorgen um Annas Zukunft. Was tut Anna, um ihnen ihre Ängste zu nehmen? „Wenn ich meine Verwandten besuche, erzähle ich immer, was gerade bei mir los ist. Ich lade sie auch zu mir nach Hause ein und mache sie mit meinen Freunden bekannt. Inzwischen kennt meine Familie meinen Freundeskreis recht gut und hat keine Berührungsängste.“ Anna fügt noch hinzu: „Viele Verwandte haben schon gesagt, dass ich so glücklich auf sie wirke. Sie machen sich keine Sorgen mehr um mich.“
16. Wie zeigte Jesus, dass ihm sein Halbbruder Jakobus am Herzen lag? (Siehe auch die Fußnote.)
16 Zeig ihnen, wie viel sie dir bedeuten. Nachdem Jesus auferweckt worden war, erschien er seinem Bruder Jakobus persönlich und zeigte so, wie sehr er ihm am Herzen lag (1. Kor. 15:7). Kannst du dir vorstellen, wie Jakobus empfunden haben muss, als ihm bewusst wurde, dass Jesus ihn nicht aufgegeben hatte? Bestimmt überzeugte ihn das Treffen, dass Jesus der Messias ist. Möglicherweise hat Jakobus danach auch anderen aus seiner Familie geholfen, an Jesus zu glauben (Apg. 1:14).c
17. Wie lässt sich Römer 12:15 anwenden? (Siehe auch das Bild.)
17 Lies Römer 12:15. Wenn du für deine Familie da bist – sowohl in guten als auch in schlechten Zeiten –, kann das dazu beitragen, dass sie ihre Einstellung dir gegenüber ändert.d Ist zum Beispiel ein Kind auf die Welt gekommen? Warum nicht den Eltern gratulieren und ein kleines Geschenk machen, um ihnen zu zeigen, wie sehr du dich mit ihnen freust? Vielleicht gab es aber auch einen Todesfall in der Familie. Kannst du deine Angehörigen trösten, ihnen Hilfe anbieten oder eine Karte mit lieben Worten schicken? Natürlich wäre es gut, sich regelmäßig bei deinen Verwandten zu melden, besonders wenn es ihnen schlecht geht.
Wenn du in schweren Zeiten für deine Verwandten da bist, denken sie mit der Zeit vielleicht anders über dich und deine Glaubensansichten (Siehe Absatz 17)h
18. Was können wir uns von dem Jünger Andreas abschauen?
18 Mach sie mit deinen Brüdern und Schwestern bekannt. Als Andreas erkannte, dass er den Messias gefunden hatte, holte er direkt seinen Bruder Petrus und führte ihn zu Jesus (Joh. 1:40-42). Könntest du etwas Ähnliches tun? Vielleicht ist es dir möglich, hin und wieder einen Verwandten zu einer Zusammenkunft einzuladen oder zu einem Essen mit Glaubensbrüdern. Wenn er deine Freunde kennenlernt, wird er feststellen, dass Jehovas Zeugen ganz normale, anständige Menschen sind.
19. Wie hilft 1. Petrus 3:15 im Umgang mit Verwandten?
19 Lies 1. Petrus 3:15. Deinen Verwandten fällt es vielleicht schwer, nachzuvollziehen, warum du nicht bei allem mitmachst. Aber sie werden nie vergessen, wie freundlich und respektvoll du mit ihnen umgehst. Wahrscheinlich freuen sie sich auch, wenn du versuchst, einen Ausgleich dafür zu schaffen, dass du dich an Feiern und Bräuchen, die Gott missfallen, nicht beteiligst. Es finden sich bestimmt andere Gelegenheiten, bei denen du mit deinen Verwandten Zeit verbringen oder ihnen etwas schenken kannst.
GIB DEINE VERWANDTEN NIEMALS AUF
20. Warum macht das Beispiel von Jakobus Mut?
20 Jakobus ließ es sich entgehen, Jesus in seinem Dienst zu begleiten. Trotzdem wurde er später ein Jünger (Gal. 1:18, 19; 2:9). Er muss sich das, was Jesus gelehrt hat, zu Herzen genommen haben. Das zeigt zum Beispiel der Brief, den er später unter Inspiration schrieb. Darin äußert er ähnliche Gedanken wie Jesus in der Bergpredigt.e
21. Warum sollten wir unsere Verwandten nicht aufgeben?
21 So sehr du dich auch anstrengst, deinen Verwandten Liebe zu zeigen – es kann sein, dass sie ihre Meinung nicht ändern und euer Verhältnis angespannt bleibt. Warum solltest du sie trotzdem nicht aufgeben? Dadurch, dass du ihnen immer wieder Gutes tust, ahmst du unseren barmherzigen Gott Jehova und seinen Sohn Jesus nach (Luk. 6:33, 36). Mit der Zeit denken sie womöglich ganz anders über dich. Und wer weiß, vielleicht bleibt ihnen das, was du über deinen Glauben erzählt hast, im Gedächtnis. Wenn du sie nicht aufgibst, kann es sein, dass auch du erlebst, wie jemand aus deiner Familie ein Diener Jehovas wird.
LIED 60 Ihr Leben steht auf dem Spiel
a KURZ ERKLÄRT: Das Wort „ungläubig“ oder „Ungläubiger“ bezieht sich in der Bibel nicht unbedingt auf jemanden, der keine religiöse Überzeugung hat oder nicht an Gott glaubt (1. Kor. 7:12; siehe Studienanmerkung „ungläubige Frau“). In diesem Artikel geht es um Angehörige und Verwandte, die unsere Glaubensansichten nicht teilen.
b Siehe den Artikel „Was wir über Jehovas künftige Urteile wissen“ im Wachtturm von Mai 2024, S. 11, Abs. 11-13.
c Mindestens zwei von Jesu Halbbrüdern, Jakobus und Judas, wurden nach seinem Tod und seiner Auferstehung Christen.
d Siehe den Kasten „Was ist mit Hochzeiten oder Beerdigungen?“.
e Vergleiche Jakobus 1:2 mit Matthäus 5:11, 12; Jakobus 1:19 mit Matthäus 5:22; Jakobus 1:22; 2:24 mit Matthäus 7:21; Jakobus 2:13 mit Matthäus 5:7; 6:14, 15.
f Weitere Informationen enthalten die Artikel „Fragen von Lesern“ im Wachtturm vom 15. Mai 2002 und vom 15. November 2007.
g BILDBESCHREIBUNG: Eine Schwester bereitet für ihren Mann liebevoll etwas zu essen vor, bevor sie in den Dienst geht.
h BILDBESCHREIBUNG: Dieselbe Schwester besucht mit ihrem Mann ihre Schwiegermutter, die keine Zeugin Jehovas ist.