In einer Zeit des Unglücks gerettet
DAS fünfgeschossige Kaufhaus in Seoul (Korea) stürzte urplötzlich ein und begrub Hunderte von Menschen unter sich. Katastrophenhelfer arbeiteten rund um die Uhr, um so viele Verschüttete wie möglich zu retten. Mit jedem Tag, der verstrich, wurde es unwahrscheinlicher, unter dem Berg von Beton und Stahl noch Überlebende zu finden.
Als man schon alle Hoffnung aufgegeben hatte, geschah etwas Erstaunliches. Aus dem Schutt war ein schwaches, wimmerndes Rufen zu hören. In höchster Eile gruben die Helfer mit bloßen Händen und stießen auf eine 19jährige Frau, die 16 lange Tage verschüttet gewesen war. Ein geborstener Fahrstuhlschacht hatte ihr wie ein Bunker vor den herabstürzenden tonnenschweren Betonmassen Schutz geboten. Sie litt zwar unter starker Dehydratation und wies Schnittwunden auf, war aber dem Tod entronnen.
Heutzutage vergeht kaum ein Monat ohne eine Schreckensnachricht, ob es sich nun um ein Erdbeben, einen Orkan, einen Vulkanausbruch, einen schweren Unfall oder eine Hungersnot handelt. Und für Millionen Menschen sind aufsehenerregende Berichte über Rettungsaktionen zum Nutzen von Überlebenden ungeheuer faszinierend. Aber die Warnung vor einem bevorstehenden Unglück, einem Unglück, das alle bisherigen in den Schatten stellen wird, ignoriert man im großen und ganzen (Matthäus 24:21). In der Bibel wird es wie folgt beschrieben: „Siehe! Unglück geht aus von Nation zu Nation, und ein großer Sturm, er wird von den entlegensten Teilen der Erde her erweckt werden. Und die von Jehova Erschlagenen werden schließlich an jenem Tag gewiß von einem Ende der Erde bis zum anderen Ende der Erde sein. Sie werden nicht beklagt, noch werden sie zusammengesammelt, noch begraben werden. Zu Dünger auf der Oberfläche des Erdbodens werden sie werden“ (Jeremia 25:32, 33).
Das sind aufrüttelnde Worte. Doch im Gegensatz zu Naturkatastrophen und Unfällen wird es bei diesem Unglück nicht zu einer wahllosen Vernichtung kommen. Ja, diese Katastrophe zu überleben ist möglich — auch für uns!
Die Zeit drängt
Damit wir die volle Tragweite dieser Tatsache erfassen, müssen wir verstehen, warum dieses weltweite Unglück überhaupt hereinbrechen wird. Eigentlich ist es die einzige echte Lösung für die Probleme der Menschheit. Nur wenige Menschen fühlen sich heute wirklich sicher. Trotz größter Anstrengungen auf wissenschaftlicher Seite wird die Erdbevölkerung ständig von irgendwelchen Infektionskrankheiten heimgesucht. Tausende von Menschen verlieren ihr Leben in Kriegen, die wegen religiöser, ethnischer oder politischer Differenzen geführt werden. Hungersnöte vergrößern noch das Leid und Elend unschuldiger Männer, Frauen und Kinder. Und der Sittenverfall rüttelt an den Grundfesten der Gesellschaft; selbst Kinder bleiben von der Verderbtheit nicht verschont.
Eine biblische Prophezeiung, die vor mehr als 1 900 Jahren aufgezeichnet wurde, beschreibt unsere Situation mit bemerkenswerter Genauigkeit. Es heißt darin: „Du sollst wissen, daß die letzten Tage voller Gefahren sein werden“ (2. Timotheus 3:1, The New Testament in Modern English von J. B. Phillips; vergleiche Matthäus 24:3-22).
Wäre es vernünftig, anzunehmen, daß einem liebevollen Gott unsere mißliche Lage gleichgültig ist? Die Bibel sagt von ihm, er sei „der wahre Gott, der Bildner der Erde und der sie gemacht hat, ... der sie nicht einfach umsonst erschuf, der sie bildete, damit sie auch bewohnt werde“ (Jesaja 45:18). Ja, Gott wird nicht zulassen, daß dieser schöne Planet ruiniert wird und alle seine Bewohner umkommen, sondern er wird eingreifen. Wir fragen uns aber: Wie wird er dabei vorgehen?
Wähle das Leben!
Die Antwort der Bibel lautet gemäß Psalm 92:7: „Wenn die Bösen sprossen wie die Pflanzenwelt und alle, die Schädliches treiben, blühen, ist es, daß sie für immer vertilgt werden.“ Gottes Lösung für die Probleme der Erde besteht darin, die Bosheit an sich auszumerzen. Glücklicherweise bedeutet das nicht, daß alle Menschen vernichtet werden müßten. In Psalm 37:34 wird uns versichert: „Hoffe auf Jehova, und halte seinen Weg ein, und er wird dich erhöhen, die Erde in Besitz zu nehmen. Wenn die Bösen weggetilgt werden, wirst du es sehen.“
Wie diese Worte erkennen lassen, besteht die Möglichkeit, während des größten Unglücks aller Zeiten gerettet zu werden. Gott läßt uns die Wahl. Die Worte, mit denen Moses die Israeliten ermahnte, als sie sich auf den Einzug in das Land der Verheißung vorbereiteten, gelten uns heute gleichermaßen: „Ich [habe] dir Leben und Tod vorgelegt ..., den Segen und den Fluch; und du sollst das Leben wählen, damit du am Leben bleibst, du und deine Nachkommen“ (5. Mose 30:19). Aber wie kann man „das Leben wählen“, damit man gerettet wird? Was bedeutet eigentlich wahre Rettung?
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Yunhap News Agency/Sipa Press