Nachrichten und ihre tiefere Bedeutung
Indiens hinduistischer Katholizismus
● „Es ist zwar kaum zu glauben, aber es ist wahr“, so der in Bombay erscheinende „Indian Express“, „daß Priester und Nonnen ,bhajans‘ [Andachtslieder] singen, barfuß auf dem Boden sitzen, ,arati‘ betreiben [eine Schale mit Weihrauch und Kampfer hin und her schwingen], statt das Thuripulum [Weihrauchfaß] zu schwenken“ und andere Hindubräuche zu pflegen. Das Blatt schreibt weiter, daß „es heute nichts Ungewöhnliches ist, in den Kirchen Keralas, das auf eine ehrwürdige Tradition von 2 000 Jahren zurückblickt, vor Beginn der heiligen Messe die Hymne aus den Upanischaden, ,Asatho ma sad gamaya, thamaso ma jyothirgamaya, mruthvorama amrutham gamaya‘, zu hören“.
Indiens Kardinal Joseph Parecattil, ein angeblicher „starker Befürworter der Indisierung der Kirche“, erklärte, „diese Bewegung werde sich schließlich durchsetzen“. Wie es im „Express“ hieß, sagte Kardinal Parecattil, es sei im Interesse bestimmter Züge des katholischen Gottesdienstes unter Indern „angebracht, aus den reichen Quellen des Hinduismus zu schöpfen“.
Wie großzügig eine solche Philosophie auch klingen mag, so fragt es sich doch, ob sie die richtige Ansicht über die christliche Anbetung widerspiegelt. Wohl kaum, denn in der „Jerusalemer Bibel“ (katholisch) ist zu lesen: „Laßt euch nicht zusammen mit den Ungläubigen in ein fremdes Joch spannen! Denn was haben Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit miteinander zu tun, und was für eine Gemeinschaft besteht zwischen Licht und Finsternis? ... welchen Anteil hat der Gläubige mit den Ungläubigen?“ (2. Kor. 6:14-17).
Die Hoffnung für Esperanto schwindet
● Die Tatsache, daß die „Welthilfssprache“ Esperanto im Dezember vergangenen Jahres 100 Jahre alt wurde, fand wenig Beachtung. Der Londoner „Daily Telegraph“ berichtet: „Es gab keine Feier, keine Geburtstagskarten, nicht einmal einen Telefonanruf von einem der 1 500 Mitglieder des englischen Esperantovereins.“ Der Erfinder des Esperanto hatte beabsichtigt, eine Weltsprache zu schaffen, in der Hoffnung, sie könne mithelfen, allen Kriegen ein Ende zu bereiten. (Esperanto bedeutet wörtlich „der Hoffende“.) Der Generalsekretär des Vereins sagte: „Wir geben heute zu, daß er sich geirrt hat.“
Bestimmt könnte eine Sprache, die alle Menschen sprechen, wirklich von Nutzen sein. Doch die Haßgefühle und die Kriege unter Gleichsprachigen lassen erkennen, daß Kriege nicht durch die Ideen wohlmeinender Personen zu beenden sind. Nur unser Schöpfer, der „Kriege ... aufhören [läßt] bis an das äußerste Ende der Erde“, hat die Macht, die nötigen Maßnahmen zu treffen. Er hat verheißen, das zu tun, und zwar nicht durch irgendwelche gesellschaftlichen Programme, sondern durch die Verurteilung und die „Vernichtung der gottlosen Menschen“, die Spaltungen unter ihren Mitmenschen hervorrufen (Ps. 46:9; 2. Petr. 3:7).