Wir beobachten die Welt
Afrikanische Zeugen geben ein gutes Beispiel
◆ Die Tätigkeit der Zeugen Jehovas ist in mehreren afrikanischen Ländern verboten. Bryan Wilson von der Universität Oxford bemerkte dazu, der Grund könne darin liegen, daß die afrikanischen Staatsoberhäupter in ihnen ein „leichtes Angriffsziel“ sähen. Doch welchen Preis zahlen die Nationen dafür? Wilson schrieb vor kurzem in einer Ausgabe der New Society: „Das Verbot ... mag teurer zu stehen kommen, als es im ersten Augenblick scheint. Die Zeugen ... sind erstaunlich erfolgreich darin gewesen, ihre Anhänger zu veranlassen, nach hohen sittlichen Maßstäben zu leben und Selbstzucht zu üben. Sie lehren sie, hart zu arbeiten, pünktlich und mäßig zu sein und den Wert der Selbstachtung zu erkennen. Ihre Glieder pflegen für ostafrikanische Verhältnisse ein außergewöhnlich harmonische Familienleben. Sie sind erfolgreich darin, ihren Anhängern sittliche Grundsätze und ihre Lehren beizubringen. ... Was die afrikanischen Politiker in ihren Reden immer wieder erwähnen, ist das Problem der Stammesdiskriminierung. Paradoxerweise gelingt es gerade den Zeugen Jehovas vielleicht besser als jeder anderen Bewegung, unter ihren Mitgliedern die Stammesdiskriminierung auszumerzen.“
Film über das „Liebesleben“ Jesu
◆ In der heutigen Zeit schreckt die Filmproduktion nicht einmal davor zurück, die eigene verdorbene Denkweise auf Jesus Christus zu übertragen. Der dänische Produzent Jens Jörgen Thorsen beabsichtigt, einen Spielfilm mit dem Titel „The Love Affairs of Jesus Christ“ zu drehen. Der Film soll das Sexualleben Jesu zeigen, denn Thorsens Meinung ist: „Offensichtlich möchten die Christen Jesus als völlig geschlechtsloses Wesen sehen. Das ist natürlich falsch.“ Ein Teil des Filmes zeigt das Leben Jesu in loser Anlehnung an den biblischen Bericht, andere Teile zeigen ihn als modernen Rebellen, der gegen alle geltenden Normen verstößt. Nach Gerd Fredholm, dem Direktor des Dänischen Filminstituts, der die staatliche Beihilfe empfahl, ist der Film „gotteslästerlich, pornographisch, sadistisch und poetisch“. Der dänische Kultusminister bemerkte zu dem Film: „Jesus wird das überleben.“
Warnung vor falschen „Heilszeichen“
◆ Der katholische Bischof von Berlin, Kardinal Bengsch, warnte vor 10 000 Gläubigen in Heiligenstädt vor falschen „Heilszeichen“. Auch Fahnen, die für eine Idee stünden, könnten keine „Heilszeichen“ sein, erklärte er unter anderem. Unter Hinweis auf die modernen Fortschrittsideen erklärte Bengsch, man müsse dabei fragen, ob alle Menschen auf diesem Weg mitgenommen würden und ob nicht viele „wie Gerümpel am Weg“ liegenblieben, nämlich die „Schwachen, Debilen, Enttäuschten, Alten; und vielleicht auch das werdende Leben“.
320 Kilo Schmutz pro Person
◆ Rund 20 Millionen Tonnen Abgase und Staub sind nach Angaben der Düsseldorfer Messeleitung innerhalb eines Jahres als Belastung der Luft über der Bundesrepublik festgestellt worden. Bei einer Einwohnerzahl von mehr als 60 Millionen Menschen entspricht das einer Belastung von 320 Kilo für jeden Bundesbürger. Selbst der Pro-Kopf-Anteil bei Hausmüll mit 260 Kilo liege beachtlich unter dieser gewichtigen Schmutzmasse. Den größten Anteil an der Luftverunreinigung halte mit acht Millionen Tonnen jährlich das Kohlenmonoxyd. Täglich würden in der Bundesrepublik auch 20 Millionen Kubikmeter Giftgas in die Luft abgegeben. Diese Menge reiche in konzentrierter Form aus, die gesamte Erdbevölkerung auszulöschen.
Mehr Geld für weiße als für schwarze Pfarrer
◆ Gemäß einem Bericht in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sind die Kirchen in Südafrika ins Zwielicht geraten, weil schwarzen und weißen Pfarrern unterschiedliche Gehälter gezahlt werden. Das Gehalt der weißen Pfarrer in den lutherischen Kirchen Südafrikas beträgt meist das Sechsfache, in Dozentenstellen kirchlicher Ausbildungsstätten das Doppelte ihrer schwarzen Amtsbrüder gleicher Ausbildung. Diese unterschiedliche Behandlung wurde dadurch bekannt, daß auf Veranlassung des Landesbischofs Dietzfelbinger, der ebenfalls Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist, deutsche Wirtschaftsfachleute in Südafrika die sozialen Bedingungen der schwarzen Arbeitnehmer und ihrer Familien überprüften.
Pfarrer aus dem Ort vertrieben
◆ Im katholischen Italien spielte sich in einem Ort etwas für dieses Land Seltsames ab. Ein Pfarrer wurde aus der Stadt namens Villa Latina vertrieben, weil er nach Meinung der Bevölkerung für Hochzeiten, Taufen, Beerdigungen und ähnliche Anlässe zu hohe Gebühren verlangte. Er hatte sich eine Preisliste ausgedacht, die für Hochzeiten wie folgt aussah: 10 000 Lire für Ehewillige, die durch die große Pforte in die Kirche einziehen wollten; 5 000 Lire für diejenigen, die sich mit der Hintertür begnügten. Ein Begräbnis kostete 90 000 Lire. Als die Gemeinde erfuhr, daß ihr Pfarrer angeblich in einer Nachbarstadt ein Restaurant bauen wolle, war sie so aufgebracht, daß es zur Revolte kam. Er wurde von einem Gemeindekomitee in Empfang genommen. Spruchbänder empfahlen ihm: „Verschwinde, du Teufel!“ Er durfte die Kirche nicht mehr betreten, wurde beschimpft, herumgestoßen und schließlich in einer Prozession bis zwei Kilometer außerhalb des Dorfes verfolgt.