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Der Wachtturm verkündet Jehovas Königreich 1970
w70 15. 2. S. 124-126

Wertschätzung für Jehovas Schutz

Brief eines Jugendlichen, der Gottes Gesetz über das Blut respektierte

Lieber David!

Zum erstenmal kann ich sagen, daß es mir gut geht. Ich habe soeben eine sechsmonatige Behandlung unter der Leitung eines Nierenforscherteams in diesem kalifornischen Krankenhaus hinter mir. Wenn ich so auf dieses Erlebnis zurückblicke, so freue ich mich, sagen zu können, daß Jehova mich beschützt hat.

In den ersten sieben Wochen wurden eine Reihe von Untersuchungen vorgenommen. Diese ergaben, daß meine rechte Niere von meiner Geburt an eine verengte Arterie hatte. Es handelte sich dabei um die Hauptarterie, die die Niere versorgte. Diese Arterie, die normalerweise so groß ist wie ein Bleistift, war in meinem Falle kaum so groß wie eine Stecknadel.

Der Schöpfer hat die Niere mit einem wunderbaren Mechanismus versehen, durch den für jede Situation die erforderliche Menge zirkulierenden Blutes gesichert ist. Die Niere sondert ein hochwirksames Hormon, Renin genannt, ab, und zwar gerade in der richtigen Menge, um den Blutdruck entweder zu erhöhen oder zu senken. Diese Regulierung geht jedoch so reibungslos vor sich, daß wir es gar nicht wahrnehmen. Es kann aber vorkommen — und unter gewissen Umständen kommt es auch vor —, daß eine Überfunktion eintritt. So produzierte zum Beispiel meine rechte Niere das Dreifache der normalen Menge Renin, was zur Folge hatte, daß mein Blutdruck auf 200/160 stieg. Der normale Blutdruck für mich wäre 120/70.

Medikamente senkten ihn nicht. Ja er stieg weiter, und das wirkte sich auf meine Augen dermaßen schlecht aus, daß ich eine Brille tragen mußte. Eines der Medikamente, die mir verschrieben wurden, beeinträchtigte mein Gedächtnis. Ein anderes machte mich völlig arbeitsunfähig. Ich mußte von der Schule abgehen. Die Funktionen meines Körpers wurden so stark beschleunigt, daß ich täglich sechzehn Stunden tief schlief, und tagsüber litt ich oft an heftigen Kopfschmerzen. Drei- oder viermal am Tag hatte ich starkes Nasenbluten. Erschöpfung und große Dosen Medikamente bewirkten, daß ich völlig apathisch wurde.

EINE SCHWIERIGE ENTSCHEIDUNG

Eine Operation wurde als einziges Mittel, das helfen könnte, empfohlen. Der Chefurologe des Krankenhauses sagte, es gebe zwei Möglichkeiten: die Arterie funktionstüchtig machen und die Hälfte der Niere mit Hilfe von Blutübertragungen retten oder auf Blutübertragungen verzichten und die ganze Niere entfernen. Die Operation an der Arterie werde einen großen Blutverlust zur Folge haben. Andererseits würde ich mit e i n e r gesunden Niere leben können. So entschloß ich mich für die Entfernung der Niere.

Am Tag vor der Operation kam der Leiter des Nierenüberpflanzungsteams zu mir und fragte, ob ich bereit wäre, die Niere, die ich mir entfernen lasse, einem jungen Patienten zur Verfügung zu stellen, dessen Nieren nicht arbeiten würden. Offenbar war meine Niere an sich in Ordnung, obwohl die Arterie, die sie versorgen sollte, nicht arbeitete. Der Arzt war sehr daran interessiert, meine Niere zu haben, aber ich erklärte ihm, daß ich als Zeuge Jehovas mich in dieser Sache an Gottes Gesetz halten müsse. Ich sagte ihm, er werde eine offene und gründliche Antwort auf seine Anfrage erhalten, sobald wir sie im Familienkreis anhand der Bibel besprochen hätten.

Noch am gleichen Tag teilten wir ihm unsere schriftgemäße Einstellung zur Verwendung menschlicher Körperteile mit und führten die entsprechenden Stellen aus Gottes Wort an. Er fragte mich, ob ich mich mit gutem Gewissen weigern könne, seinem jungen Patienten meine Niere zu geben. Ich erwiderte ihm, ich hätte kein Recht, über meine Niere zu verfügen; sie müsse dem Willen dessen entsprechend gebraucht werden, der sie erschaffen habe. Er mußte zugeben, daß er selbst mit der Niere nicht dafür garantieren könne, daß sein Patient am Leben bleibe. Ich wies ihn darauf hin, daß das durch die verheißene Auferstehung ermöglichte künftige Leben sowohl für mich als auch für seinen Patienten von unserem Gehorsam gegen die in der Heiligen Schrift niedergelegten göttlichen Grundsätze abhinge.

SICH AUF JEHOVA VERLASSEN

Als Nächster kam der Anästhesist zu mir. In diesem Krankenhaus soll der Anästhesist sehr viel zu sagen haben. Er kann eine Blutübertragung verordnen ohne Rücksicht auf irgendwelche Abmachungen zwischen dem Patienten und dem Chirurgen. Er legte mir ein Schriftstück vor, das ich unterschreiben sollte. Es enthielt einen Absatz, in dem es hieß, meine religiöse Überzeugung beeinträchtige seine Fähigkeit und ich würde seiner Meinung nach den Erfolg der Operation sehr gefährden. Er lehnte im Falle meines Todes jede Verantwortung ab. Es war schon spät, und ich konnte meine Eltern nicht fragen, was ich tun solle. In einem stillen Gebet vertraute ich mich Jehova an und bat ihn, mir zu helfen, diese Prüfung zu bestehen. Ich unterschrieb das Schriftstück.

Er nahm es mir sehr übel, daß ich Gott über ihn stellte, und er regte sich darüber so sehr auf, daß er nicht einmal mehr imstande war, seine üblichen Aufgaben richtig zu erfüllen. Während ich außerhalb des Operationssaals wartete, hörte ich, wie er seine Kollegen überredete, mit meinem Chirurgen zu sprechen. Wiederum betete ich zu Jehova um Hilfe. Dann kam der Chirurg. Was würde er wohl tun? Er lehnte es entschieden ab, seine Abmachung mit mir zu brechen. Er erklärte, niemand habe das Recht, mich oder jemand anders wegen seiner festen religiösen Überzeugung zu kritisieren.

Der Anästhesist ging schließlich zögernd an die Arbeit. Er war ziemlich barsch und unfreundlich zu mir, während er mich zur Operation fertigmachte. Er begann, die einfachsten Dinge verkehrt zu machen. Er wurde immer wütender, und dadurch wurden seine Fehler noch offenkundiger. Nachdem er bei der üblichen Vorbereitung sieben schwerwiegende Fehler gemacht hatte, übernahm der leitende Professor der Anästhesie die Arbeit selbst.

Der erfolgreiche Verlauf der Operation war spannend. Schon innerhalb von zwei Minuten nach der Entfernung der Niere begann der Blutdruck zu sinken, bis er schließlich normal war. Ich verließ das Krankenhaus, mußte aber wieder hin, als der Blutdruck auf einmal wieder gefährlich anstieg. Nach sieben Tagen begann es mir wieder besserzugehen. Offenbar war das Ansteigen des Blutdrucks lediglich eine Reaktion nach der Operation, die darauf zurückzuführen war, daß der Körper sich umstellen mußte, nachdem er vorher mit einer solch großen Menge Renin versorgt worden war. Jetzt, wo alles vorbei ist, fühle ich mich besser als je in meinem Leben.

Nach meiner Genesung mußte ich vieles von neuem lernen. Es scheint, daß in den vergangenen drei Jahren besonders mein Gedächtnis sehr gelitten hat. Doch welch ein Vorrecht, wieder einen normal arbeitenden Organismus zu haben, und wie glücklich bin ich, daß Jehova mich in all diesen Prüfungen beschützt und bewahrt hat! Ich hoffe, mit der Zeit Gottes verheißenes Königreich — das allen, die auf Jehova vertrauen, Gesundheit und Frieden bringen wird — als Vollzeitdiener predigen zu können.

Mit Dir, mein lieber Mitzeuge, Jehova lobpreisend,

Dein D. B.

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