Er verbietet es, wird aber dennoch dafür verantwortlich gemacht
DER Mensch führt Krieg und verstümmelt oder tötet dabei Millionen seiner Art. Er verursacht Hungersnöte und Seuchen, verschmutzt die Umwelt, plündert die Erde und verschwendet ihre Schätze. Er rottet Tierarten aus und holzt Wälder ab, als würde er Weizenfelder abernten. Der seines Schutzes beraubte Boden wird vom Regen ausgewaschen und zerstört; die Folge davon sind Überschwemmungen. Der Mensch ist auch für den unerhörten Anstieg der Kriminalität verantwortlich, die bereits ein solches Ausmaß erreicht hat, daß man in gewissen Gegenden am hellichten Tag seines Lebens nicht mehr sicher ist.
Für all dieses Unheil ist also der Mensch verantwortlich. Fast alles, was menschliche Leiden hervorruft, könnte vermieden werden, wenn die Menschen den Geboten Gottes gehorchen würden. Gott verbietet Mord, Diebstahl, Hurerei, Homosexualität, Habsucht, Schwelgerei, Trunkenheit und andere unrechte Handlungen, die sich schädigend auf uns auswirken. Er möchte, daß wir uns um die Erde, die Pflanzen und die Tiere kümmern, daß wir unseren Nächsten lieben und andere so behandeln, wie wir selbst behandelt werden möchten (1. Mose 1:28; 2:15; Matth. 22:39; 7:12).
Warum gerade ich?
Dennoch gibt es zahllose Menschen, die Gottes Ratschläge nicht befolgen. Sie gehen eigene Wege, und wenn sie ins Unglück rennen, geben sie dem die Schuld, der sie davor gewarnt hat. Dann beklagen sie ihre mißliche Lage und sagen vorwurfsvoll: „Warum gerade ich?“ Sie verhalten sich so, als wären sie durch die göttliche Vorsehung ohne ihr eigenes Zutun in diese Lage gekommen. In Sprüche 19:3 wird darauf hingewiesen, daß solche Personen diese Neigung haben. Die revidierte Schlachter-Bibel (1975) gibt den Text wie folgt wieder: „Des Menschen Dummheit verdirbt seinen Weg, und alsdann murrt sein Herz wider den HERRN.“ Wenn es solchen Personen schlechtgeht, geben sie Gott die Schuld; geht es ihnen dagegen gut, stellen sie nie die Frage: „Warum gerade ich?“ Sie machen Gott nur Vorwürfe, danken ihm aber nie.
Die meisten Leiden, über die der Mensch sich beklagt, werden ihm von seinen Mitmenschen zugefügt, oder er fügt sie sich selbst zu. Allerdings gibt es auch Naturkatastrophen wie Erdbeben, Wirbelstürme und Dürrezeiten, die Leiden für die Menschen mit sich bringen. Aber selbst in solchen Fällen könnten die Schäden auf ein Minimum reduziert werden, wenn beim Bau der Häuser die Sicherheitsvorschriften beachtet würden oder wenn die Wälder, die in Verbindung mit den Niederschlägen wichtige Funktionen erfüllen, nicht zerstört würden. Und wenn Schäden entstehen, sollte man nicht denken, es sei denen, die davon betroffen worden sind, so bestimmt gewesen, vielmehr ist es so, wie wir in Prediger 9:11 lesen: „Ich wandte mich, um unter der Sonne zu sehen, daß nicht den Schnellen der Wettlauf gehört noch den Starken die Schlacht, noch auch den Weisen die Speise, noch auch den Verständigen der Reichtum, noch selbst denen, die Kenntnisse haben, die Gunst, denn Zeit und unvorhergesehenes Geschehen trifft sie alle.“
Gott verbietet das Böse, aber er läßt es zu, obwohl er allmächtig ist und ihm ein Ende machen könnte. Warum greift er denn nicht ein?