Ist die Bibel glaubwürdig?
Die Glaubwürdigkeit der Bibel ist von vielen Seiten angegriffen worden, aber keiner dieser Versuche hat ihre Stellung auch nur im geringsten untergraben oder geschwächt. Greifen wir nur einmal sechs Aspekte heraus.
Biblische Geschichte. Sir Isaac Newton sagte einmal: „Ich finde mehr sichere Kennzeichen von Echtheit an der Bibel als an irgendeinem weltlichen Geschichtsbuch“ (R. Watson, Two Apologies, London 1820, Seite 57). Bei einer Untersuchung erweist sich die Bibel in jedem Punkt als wahrhaftig. Ihre geschichtlichen Angaben sind genau und verläßlich. Was sie beispielsweise über den Sturz Babylons durch die Meder und Perser berichtet, kann nicht widerlegt werden, auch nicht das, was sie über Personen sagt, wie den Babylonier Nebukadnezar, den ägyptischen König Schischak, die Assyrer Tiglath-Pileser (III.) und Sanherib, die römischen Kaiser Augustus, Tiberius und Claudius, die Römer Pilatus, Felix und Festus. Genausowenig kann man dem widersprechen, was die Bibel über den Tempel der Artemis in Ephesus und den Areopag in Athen bemerkt. Ihre Äußerungen über diese oder irgendwelche anderen Orte, Personen oder Ereignisse sind bis ins Detail geschichtlich genau (1. Könige 14:25; 2. Könige 15:29; 16:7; 18:13; 2. Chronika 12:2; Jeremia 27:20; 51:11, 12, 28; Daniel 1:1; 5:28; Lukas 2:1; 3:1; Apostelgeschichte 4:27; 17:19-34; 18:2; 19:35; 23:26; 24:27).
Anwendbarkeit. Die biblischen Lehren und Beispiele lassen sich für den modernen Menschen sehr gut anwenden. Die in der Bibel enthaltenen gerechten Grundsätze und hohen Sittenmaßstäbe erheben sie über jedes andere Buch. Sie beantwortet nicht nur wichtige Fragen, sondern gibt auch viele praktische Anregungen, die, wenn man sie befolgt, in großem Maße dazu beitragen können, die körperliche und geistige Gesundheit der Weltbevölkerung zu verbessern. Die Bibel zeigt Grundsätze auf, die erkennen lassen, was richtig und was falsch ist, und die als Richtschnur dienen für ehrliches Verhalten im Geschäftsleben, für Fleiß, einen sittenreinen Lebenswandel, erbauende Gemeinschaft und ein harmonisches Familienleben (Matthäus 7:12; 3. Mose 19:35, 36; Sprüche 20:10; 22:22, 23; Epheser 4:28; Kolosser 3:23; 1. Thessalonicher 4:11, 12; 2. Thessalonicher 3:10-12; Galater 5:19-23; 1. Thessalonicher 4:3-8; 2. Mose 20:14-17; 3. Mose 20:10-16; 1. Korinther 15:33; Hebräer 10:24, 25; Sprüche 5:3-11; 13:20; Epheser 5:21-33; 6:1-4; Kolosser 3:18-21; 5. Mose 6:4-9; Sprüche 13:24).
Es ist so, wie der berühmte Pädagoge William Lyon Phelps einmal erklärte: „Ich glaube, daß es besser ist, Bibelkenntnisse zu haben und keine Hochschulbildung als eine Hochschulbildung und keine Bibelkenntnisse“ (The New Dictionary of Thoughts, Seite 46). John Quincy Adams schrieb über die Bibel: „Von allen Büchern der Welt trägt sie am meisten dazu bei, die Menschen gut, weise und glücklich zu machen“ (Letters of John Quincy Adams to His Son, 1849, Seite 9).
Wissenschaftliche Genauigkeit. Auch was die wissenschaftliche Genauigkeit betrifft, stimmt die Bibel mit den Tatsachen überein. Die Bibel ist wissenschaftlich korrekt, sei es, daß sie die Reihenfolge der einzelnen Phasen beschreibt, in der die Erde für Menschen bewohnbar gemacht wurde (1. Mose 1:1-31), daß sie davon spricht, daß die Erde kugelförmig ist und an „nichts“ aufgehängt ist (Hiob 26:7; Jesaja 40:22), daß sie den Hasen als Wiederkäuer bezeichnet (3. Mose 11:6) oder daß sie erklärt: „Die Seele des Fleisches ist im Blut“ (3. Mose 17:11-14).
Sitten und Bräuche. Was Sitten und Bräuche betrifft, irrt sich die Bibel in keiner Hinsicht. In Sachen Politik nennt sie einen Herrscher stets bei seinem richtigen Titel, den er zur Zeit der Niederschrift trug. Herodes Antipas und Lysanias werden zum Beispiel als Bezirksherrscher (Tetrarchen) bezeichnet, Herodes Agrippa (II.) als König und Gallio als Prokonsul (Lukas 3:1; Apostelgeschichte 25:13; 18:12). Triumphzüge siegreicher Armeen zusammen mit ihren Gefangenen waren zur Zeit des Römischen Reiches üblich (2. Korinther 2:14). Die Gastfreundschaft gegenüber Fremden, die orientalische Lebensweise, das Vorgehen beim Erwerb von Grundstücken und beim Abschließen von Verträgen sowie der Brauch der Beschneidung unter den Hebräern und anderen Völkern werden in der Bibel erwähnt, und in all diesen Einzelheiten ist die Bibel genau (1. Mose 18:1-8; 23:7-18; 17:10-14; Jeremia 9:25, 26).
Offenheit. Die Bibelschreiber bekundeten eine Offenheit, die bei den übrigen Schreibern des Altertums nicht zu finden ist. Gleich zu Beginn berichtete Moses unverhohlen über seine Sünden sowie die Sünden und Fehler seines Volkes, etwas, was auch andere hebräische Schreiber taten (2. Mose 14:11, 12; 32:1-6; 4. Mose 14:1-9; 20:9-12; 27:12-14; 5. Mose 4:21). Die Sünden bekannter Männer wie David und Salomo wurden nicht vertuscht, sondern offen dargelegt (2. Samuel 11:2-27; 1. Könige 11:1-13). Jona berichtete über seinen eigenen Ungehorsam (Jona 1:1-3; 4:1). Die anderen Propheten bekundeten ebenfalls die gleiche Aufrichtigkeit und Offenheit. Ebenso wie die Schreiber der Hebräischen Schriften waren auch die der Christlichen Griechischen Schriften sehr auf eine ehrliche Berichterstattung bedacht. Paulus beschreibt seinen früheren sündigen Lebenswandel; desgleichen bleibt nicht unerwähnt, daß Markus den Missionardienst aufgab; auch die Fehler des Apostels Petrus werden nicht verschwiegen (Apostelgeschichte 22:19, 20; 15:37-39; Galater 2:11-14). Diese aufrichtigen und offenen Schilderungen fördern das Vertrauen zur Bibel, die den Anspruch erhebt, ehrlich und wahrheitsgetreu zu sein.
Integrität. Die Tatsachen bezeugen die Integrität der Bibel. Der Bibelbericht ist untrennbar mit der Geschichte verwoben. In einfachsten Worten gibt die Bibel offenen, wahrheitsgemäßen Rat. Die Ehrlichkeit, Ernsthaftigkeit und Treue der Schreiber, ihr brennender Eifer für die Wahrheit und ihr gewissenhaftes Bemühen, Einzelheiten genau darzulegen, ist das, was man in Gottes Wort der Wahrheit erwarten würde (Johannes 17:17).