Ist Polygamie etwas für Christen?
● Unter der Überschrift „Polygamie ist afrikanischer Lebensstil“ veröffentlichte die in Lagos (Nigeria) erscheinende „Sunday Times“ einen Artikel des Priesters N. S. S. Iwe. Der Priester forderte eine fortschrittliche Kirche und sagte: „Die Kirche muß es sich in ihrer Politik und Praxis zum Ziel setzen, keinen alten Wein in neue Schläuche zu füllen.“ Das ist genau das Gegenteil der logischeren Aufforderung Jesu, ‘keinen neuen Wein in alte Schläuche’ zu füllen (Matth. 9:17). (Weinschläuche bestanden aus Tierhäuten, die im Laufe der Zeit trockneten und spröde wurden und sich daher mit dem neuen Wein nicht mehr ausdehnen konnten.) Der Priester erläuterte zwar seine gegenteilige Erklärung nicht, doch zeigte er damit, daß er der Ansicht sei, die Kirche solle ihre Lehren dem einheimischen Kulturgut anpassen. Über die Polygamie in Afrika sagte er: „Man kann die Polygamie als einen bedeutenden Bestandteil unserer Kultur nicht verurteilen, ohne sich damit befaßt zu haben. Der Begriff ... Polygamie sollte von den Christen eingehend studiert und untersucht werden, da er zu den ehrenhaften Begriffen und ehrbaren Einrichtungen unserer Kultur zählt.“ Jesus Christus erklärte, Gottes ursprünglicher Vorsatz habe darin bestanden, daß ein Mann und seine Frau — also nur diese beiden — „e i n Fleisch“ seien. Niemand anders sollte das Recht haben dazwischenzutreten (Matth. 19:4-6). Paulus, ein Apostel Christi, sagte, daß Männer, die in verantwortlichen Stellungen in der Christenversammlung dienen, als Beispiel für die ganze Herde jeweils der „Mann e i n e r Ehefrau“ sein sollten (1. Tim. 3:1, 2, 12). Doch nicht nur die katholische Kirche, sondern auch viele protestantische lassen in ihren afrikanischen Gemeinden Polygamie zu. Offensichtlich betrachten sie die Lehren der Bibel als „alten Wein“, der sich nicht für ihre „neuen Schläuche“ eignet.