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Der Wachtturm verkündet Jehovas Königreich 1975
w75 15. 5. S. 317-319

Nimmst du an anderen Anstoß?

ER WAR europäischer Abstammung und offensichtlich ehrlich, bescheiden und wahrheitsliebend. Als die christlichen Zeugen Jehovas in seiner Wohnung in New York vorsprachen, fanden sie bei ihm und seiner Frau ein hörendes Ohr. Bald wurde bei ihnen zu Hause mit beiden regelmäßig jede Woche ein Bibelstudium durchgeführt.

Doch dann geschah etwas. Jemand, der als ein Zeuge Jehovas galt und den dieser Neuinteressierte sehr achtete, beging eine schwerwiegende Sünde, weshalb er aus der Christenversammlung ausgeschlossen wurde. Der Mann war über den Wandel des Übeltäters so enttäuscht, daß er daran Anstoß nahm und strauchelte und sein Bibelstudium mit den Zeugen abbrach. Seine Frau dagegen setzte das Studium fort, wurde getauft und zog zwei Söhne auf, die heute, das heißt also viele Jahre danach, Vollzeitprediger der guten Botschaft von Gottes Königreich sind. Oft schließt sie sich ihnen für einen ganzen Monat in diesem freudigen und höchst lohnenden Werk des Predigens und der biblischen Belehrung an. Ihr Mann verhält sich immer noch abwartend; er liebt die Gemeinschaft der Zeugen und besucht gelegentlich die Zusammenkünfte, doch ist er immer noch nicht über diese Sache hinweggekommen.

Dieses aus dem Leben gegriffene Beispiel unterstreicht, wie traurig es ist, wenn man an anderen Anstoß nimmt. Denke einmal darüber nach und überlege: Daß jemand einen Fehler macht — ob einen großen oder einen kleinen —, liefert dir doch noch keinen Grund, unvernünftig zu handeln, nicht wahr? Warum dir schaden, nur weil jemand anders etwas getan hat, womit er dich beleidigt oder verletzt hat?

Jesus Christus, der Sohn Gottes, gab uns darin ein Beispiel, wie er es auch in so manch anderer Hinsicht tat (1. Petr. 2:21). Kränkte es ihn oder nahm er daran Anstoß, daß Judas, einer seiner Apostel, zum Verräter wurde, oder nahm er daran Anstoß, daß Petrus, ein weiterer Apostel, ihn dreimal verleugnete, obwohl er ihn kannte, und daran, daß ihn alle in einer Zeit der Gefahr verließen? Wie unvernünftig das doch gewesen wäre! Er hätte sich nicht nur selbst, sondern auch der Sache seines himmlischen Vaters und der ganzen Menschheit unsagbar geschadet.

Noch schwerwiegender als der Schaden, den wir uns selbst und anderen zufügen, wenn wir an Menschen Anstoß nehmen, ist unser Verfehlen, das zu tun, was in Gottes Augen recht ist. „Er hat dir mitgeteilt, o Erdenmensch, was gut ist. Und was fordert Jehova von dir zurück, als Recht zu üben und Güte zu lieben und bescheiden zu wandeln mit deinem Gott?“ Ganz gleich, was jemand anders tut oder nicht tun mag, wir können uns damit nicht entschuldigen, wenn wir Gott nicht das zurückzahlen, was er von uns fordert (Micha 6:8).

Staatsbürger sind zum Beispiel verpflichtet, die Gesetze ihres Landes zu halten, also auch Steuern zu zahlen und die Verkehrsvorschriften zu befolgen. Angenommen, ein Bürger wird von Mitbürgern betrogen, beraubt oder sonstwie ungerecht behandelt. Könnte er dies als einen Vorwand dafür gebrauchen, irgendwelche Landesgesetze, die er nicht einhalten möchte, zu übertreten, also auch keine Steuern zu zahlen und Verkehrsvorschriften zu mißachten? Einige sind heute zwar dieser Meinung, doch würden alle so denken, so hätten wir Anarchie. Die beiden Sachverhalte haben miteinander überhaupt nichts zu tun. Jemandes Verpflichtungen bleiben daher unberührt.

Alles, was ein Bürger tun kann, ist, gesetzliche Hilfe in Anspruch zu nehmen und es dann dem Staat zu überlassen, Gesetzesübertreter zu bestrafen, während er selbst den Landesgesetzen gehorcht. Und dasselbe trifft auf unser Verhältnis zu Gott, unserem Schöpfer, zu. Wir sind verpflichtet, seinen Geboten zu gehorchen und die Abrechnung ihm zu überlassen. Der Apostel Paulus gab den Rat: „Rächt euch nicht selbst, Geliebte, sondern gebt dem Zorn Raum; denn es steht geschrieben: ,Mein ist die Rache; ich will vergelten, spricht Jehova.‘“ Auch Jesus Christus versicherte uns, Gott werde zur bestimmten Zeit alles Unrecht richtigstellen, als er sagte: „Wehe dem Menschen, durch den es eine Ursache des Strauchelns gibt“ (Röm. 12:19; Matth. 18:7).

Und noch etwas: An anderen Anstoß zu nehmen ist lieblos. Es verrät einen Mangel an Liebe zu Gott und an Wertschätzung für das, was er für uns getan hat. Wie sehr wir doch all das schätzen sollten, was er für uns getan hat, indem er uns Leben gab und für die Befriedigung all unserer Bedürfnisse sorgte, damit wir am Leben bleiben können! Denke auch daran, daß er seinen einziggezeugten Sohn dahingab, so daß wir hoffen dürfen, ewiges Leben zu erlangen (Joh. 3:16). Gewiß sollten wir alles uns mögliche tun, um unsere Wertschätzung für all die liebende Güte zu zeigen, die uns Gott erwiesen hat.

Wenn wir außerdem Gott und sein Gesetz wirklich lieben, werden wir an nichts Anstoß nehmen. In der Bibel heißt es: „Überströmender Friede gehört denen, die dein Gesetz lieben, und für sie gibt es keine Ursache des Strauchelns“ (Ps. 119:165).

Die Worte und Taten, an denen jemand Anstoß nehmen mag, sind häufig nicht so schwerwiegend, daß erwogen werden muß, ob die taktlose Person aus der Versammlung auszuschließen ist. Es gibt schließlich, wie König Salomo in seinem Gebet bei der Einweihung des Tempels sagte, ‘keinen Menschen, der nicht sündigt’. Was wäre aus uns allen geworden, wenn Gott auf alle unsere Unvollkommenheiten und Fehler geachtet hätte? Ja, „wären Vergehungen das, worauf du achtest, o Jah, o Jehova, wer könnte bestehen?“ (1. Kö. 8:46; Ps. 130:3).

Wir sollten andere ebenso behandeln, wie wir möchten, daß Gott uns behandelt. Wenn wir an anderen Anstoß nehmen, sind wir nicht bereit zu vergeben, und wenn wir die Übertretungen anderer nicht vergeben, können wir nicht erwarten, daß unser himmlischer Vater uns unsere Sünden vergibt (Matth. 5:7; 6:14, 15; 18:21-35). Wenn wir andererseits die Glieder unserer Familie und/oder unsere Glaubensbrüder lieben, werden wir nicht über ihre Fehler nachsinnen; ja, wir sollten „inbrünstige Liebe zueinander [haben], denn Liebe deckt eine Menge von Sünden zu“ (1. Petr. 4:8).

Insbesondere darf derjenige, der ein echter Jünger Christi zu sein behauptet, nicht das, was andere tun, als einen Vorwand gebrauchen, um nicht mehr Gottes Wort zu studieren, nicht mehr mit seinen Glaubensbrüdern zusammenzukommen und sich nicht mehr an der Verkündigung der guten Botschaft von Gottes Königreich zu beteiligen. Ja, wenn er sich durch das, was andere tun, davon zurückhalten läßt, diese christlichen Gebote zu befolgen, erscheint seine Behauptung, ein wahrer Jünger Christi zu sein, zweifelhaft. Würde er daran Anstoß nehmen, ließe er den Verdacht aufkommen, er suche, bewußt oder unbewußt, einen Vorwand, um Gott nicht mehr dienen zu müssen.

Wir sollten nicht nur darauf achten, daß wir an anderen keinen Anstoß nehmen, sondern liebevoller- und vernünftigerweise auch darauf, daß wir für andere kein Stein des Anstoßes sind. Die Gerechtigkeit verlangt, daß wir anderen ebenso tun, wie wir wollen, daß sie uns tun (Luk. 6:31). Wir möchten nicht, daß andere unachtsam oder gedankenlos für uns zu einem Stein des Anstoßes werden, nicht wahr? Dann sollten wir darauf bedacht sein, daß auch wir für andere kein Stein des Anstoßes sind. Die Watch Tower Society erhielt zum Beispiel kürzlich einen Brief, in dem mit Bedauern zum Ausdruck gebracht wurde, daß einige unreife Personen Anstoß genommen hatten, weil andere, die sie als Vorbilder betrachtet hatten, eine besondere Vorliebe zum Alkohol zeigten. Wer sich in Verbindung mit dem Genuß von Alkohol so verhält, befolgt nicht den Rat des Apostels Paulus: „Fahrt fort, gerade Bahn für eure Füße zu machen, damit das Lahme nicht ausgerenkt, sondern vielmehr geheilt werde.“ Überdies sagte Jesus warnend: „Wer immer aber einen dieser Kleinen, die an mich glauben, straucheln macht, für den ist es nützlicher, daß ihm ein Mühlstein, wie er von einem Esel gedreht wird, um den Hals gehängt und er ins weite, offene Meer versenkt werde.“ Sicherlich möchte niemand von uns, daß ihm das widerfahre, nicht wahr? (Hebr. 12:13; Matth. 18:6).

Wir alle wollen daher Vorsicht walten lassen und das tun, was vernünftig, liebevoll und recht ist, und weder an anderen Anstoß nehmen noch für sie ein Stein des Anstoßes sein.

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