Frieden im Nahen Osten
FAST täglich berichten Zeitungen, Radio und Fernsehen über Gewalttaten im Nahen Osten und über den großen Haß zwischen Juden und Arabern. Haben sie aber alle diesen Haß?
Auf einem Kongreß der Zeugen Jehovas berichtete ein Delegierter aus Israel, daß es dort Juden und Araber gebe, die die Wahrheit angenommen hätten und christliche „Brüder“ geworden seien. „Zwischen ihnen gibt es keine Unstimmigkeiten“, erklärte er. „Das konnte man besonders in der kritischen Zeit des ‚Sechs-Tage-Krieges‘ im Jahre 1967 erkennen, als die Spannungen und das Mißtrauen zwischen den beiden Gruppen einen Höhepunkt erreichte.“ Wie Jehovas Zeugen überall, so seien auch sie in diesem Krieg völlig neutral geblieben.
Über die Lage während des Krieges bemerkte er: „Wir führten alle unsere Zusammenkünfte durch, obwohl wir den Königreichssaal verdunkeln mußten, und die jüdischen und arabischen Brüder kamen selbst während der Kriegstage zusammen, ohne sich auch nur im geringsten zu mißtrauen, wie dies allgemein üblich war.“
Die echte Liebe, die zwischen diesen christlichen Brüdern herrscht, ist aus folgendem Bericht ersichtlich: „In diesem Krieg besetzte Israel Gebiete, die vorher Jordanien unterstanden hatten, und wir wußten, daß dort Brüder wohnten; deshalb suchten wir nach ihnen, sobald der Krieg vorüber war. Ein Bruder kannte eine Familie und glaubte, daß er ihre Wohnung finden würde. Ich werde niemals den Augenblick vergessen, als wir die ehemalige, mit Stacheldrahtverhauen gesicherte Grenze überquerten und von Jerusalem aus in nördlicher Richtung nach der Stadt Ramallah fuhren; überall entlang des Weges hatte der Krieg seine Spuren hinterlassen, und die Häuser standen leer.
Schließlich fanden wir das Haus, und während wir darauf zugingen, fragten wir uns, ob wir wohl jemand von den Brüdern antreffen würden. Wir klopften an und jemand öffnete vorsichtig die Tür. ... Könnt ihr euch vorstellen, wie wir uns freuten, als wir dort zwanzig Zeugen Jehovas vorfanden? Sie führten gerade ihr wöchentliches ‚Wachtturm‘-Studium durch. Sie hießen uns herzlich willkommen!“
Im Norden von Israel liegt das arabische Land Libanon. Auch dort treten Jehovas Zeugen für den Frieden ein. Die Brüder im Libanon sind in einer ähnlichen Lage wie der Psalmist, der schrieb: „Ich will nur Frieden; aber wenn ich rede, so sind s i e für Krieg.“ — Ps. 120:7.
Im Libanon bekämpfen Moslems und Namenchristen Jehovas Zeugen, obwohl sie auch untereinander verfeindet sind. In kleinen Ortschaften zum Beispiel haben Priester Schulkinder überredet, Jehovas Zeugen mit Steinen zu bewerfen, wenn sie kämen, um zu predigen. Jehovas Zeugen suchen jedoch weiterhin den Frieden. In einer Stadt haben zum Beispiel zwei Missionare zwei Jahre lang friedlich solche Belästigungen ertragen, bevor sie in ein anderes Gebiet zogen. Wie sich ihr Verhalten auswirkte, zeigt folgender Bericht:
„Mehrere Jahre später wohnten die beiden Missionare einem Bezirkskongreß bei. Ein junger Zeuge Jehovas stellte sich den beiden Missionaren vor und sagte: ‚Ihr kennt mich nicht, aber ich kenne euch. Ihr habt in unserer Stadt gedient, und ich bin eines der Kinder gewesen, die euch mit Steinen beworfen haben. Wenn ich doch nur damals schon die Wahrheit gekannt hätte, dann hätte ich mit euch zusammenarbeiten können, statt euch zu verfolgen.!‘“
Die friedliche Einstellung der Missionare hatte ihn tief beeindruckt. Er ist jetzt selbst ein Sonderpionierprediger der Zeugen Jehovas.