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Der Wachtturm verkündet Jehovas Königreich 1969
w69 1. 5. S. 287-288

Fragen von Lesern

● Die Bibel berichtet davon, daß Simson Menschen und Tiere tötete. Wie konnte er als Nasiräer Leichen berühren? — M. G., Australien.

Nach dem mosaischen Gesetz konnte ein Israelit ein Gelübde ablegen, durch das er sich verpflichtete, eine Zeitlang als Nasiräer zu leben. Während dieser Zeit durfte er keine Leiche berühren. Wir lesen: „Alle die Tage, die er sich für Jehova absondert, soll er zu keiner Leiche kommen. Wegen seines Vaters und wegen seiner Mutter, wegen seines Bruders und wegen seiner Schwester, ihretwegen soll er sich nicht verunreinigen, wenn sie sterben; denn die Weihe [das Nasiräat, NW] seines Gottes ist auf seinem Haupte.“ (4. Mose 6:6, 7) Wenn ein Nasiräer eine Leiche berührte, mußte er sich einer Reinigung unterziehen und gewisse Opfer darbringen. Die bereits verflossene Zeit zählte nicht; er mußte mit der Erfüllung seines Nasiräergelübdes nochmals beginnen. (4. Mose 6:8-12) Es ist daher anzunehmen, daß jemand, der sich nur vorübergehend verpflichtete, ein Nasiräer zu sein, darauf bedacht war, sich nicht durch die Berührung einer Leiche zu verunreinigen.

Vor Simsons Geburt hatte der Engel Jehovas zu seiner Mutter gesagt: „Ein Nasir [Nasiräer, NW] Gottes soll der Knabe sein von Mutterleibe an.“ (Ri. 13:5) Simson sollte sein ganzes Leben lang ein Nasiräer sein. Hätte er also unabsichtlich eine Leiche berührt, so hätte er die Zeit seines Nasiräats nicht nochmals beginnen können. Simson hielt sich ohne Zweifel an die Bestimmungen für Nasiräer. Da er aber zeit seines Lebens ein Nasiräer war, verhielt es sich bei ihm doch etwas anders als bei Personen, die es nur vorübergehend waren.

Obwohl Simson ein Nasiräer war, wurde er von Gott als Richter erwählt und dazu bestimmt, „Israel aus der Hand der Philister zu retten“. (Ri. 13:5) In dieser Eigenschaft würde er verständlicherweise mit Leichen in Berührung kommen, und so war es auch. Er erschlug dreißig Philister und zog ihnen ihr Gewand aus. Später schlug er die Feinde und „häufte Schenkel auf Hüften mit einer großen Schlachtung“. (NW) Mit einem Eselskinnbacken tötete er tausend Philister. Erregte es Jehovas Mißfallen, daß Simson, ein Nasiräer, Israels Feinde auf diese Weise schlug? Nein, denn kurz vor der dritten Niederlage der Philister ‘geriet der Geist Jehovas über Simson’ und gab ihm übermenschliche Kraft. Als der Richter Simson nach der Schlacht erschöpft war, „spaltete Gott die Höhlung“ und ließ Wasser hervorkommen, damit Simson wieder auflebte. — Ri. 14:19 bis 15:19.

Ein andermal tötete Simson in der ihm von Gott verliehenen Kraft mit bloßer Hand einen brüllenden jungen Löwen, der auf ihn zukam. (Ri. 14:5-9) Wir können nicht mit Sicherheit sagen, ob die Bestimmung, daß ein Nasiräer keine Leiche berühren durfte, sich auch auf Tierleichen bezog. Die Israeliten im allgemeinen und die Priester im besonderen hatten sowieso schon gewisse Bestimmungen, nach denen sie vorübergehend unrein waren, wenn sie die Leiche eines unreinen Tieres berührt hatten. (3. Mose 11:24, 25; 22:2-7) Für Nasiräer bestanden wahrscheinlich keine weiteren Einschränkungen im Hinblick auf Tiere. Hätten Nasiräer gar keine Tierleichen berühren dürfen, dann hätten sie Vegetarier sein müssen, und davon sagt die Bibel nichts.

Simson richtete Israel zwanzig Jahre. Demnach sah Gott darüber hinweg, daß er, wenn nötig, die Leiche der Feinde berührte. (Ri. 15:20) Jehova machte bei den Gibeonitern eine Ausnahme, und genauso konnte er auch in diesem Fall eine Ausnahme machen, damit Simson als Richter und Befreier Israels seinem Auftrag nachkommen konnte. (Josua, Kapitel 9) Simson zeigte dadurch, daß er sein Haar wachsen ließ, daß er die Bestimmungen für Nasiräer, die er einhalten konnte, einhielt. (Ri. 16:17) Er erlangte Gottes Gunst und wird wegen seines Glaubens in der Bibel als ein Vorbild für Christen angeführt. — Hebr. 11:32; 12:1.

● Warum sagte Jesus nach seiner Auferstehung zu Maria Magdalene, sie solle ihn nicht anrühren? Zu Thomas sagte er doch später, er solle ihn anrühren. — P. P., Haiti.

Die Schwierigkeit, Johannes 20:17 richtig zu verstehen, hängt weitgehend von der Bibelübersetzung ab, die man verwendet. Nach der Elberfelder Bibel und der Übersetzung von Luther sagte Jesus zu Maria, sie solle ihn nicht „anrühren“. Die Elberfelder Bibel gibt diesen Text wie folgt wieder: „Jesus spricht zu ihr: Rühre mich nicht an, denn ich bin noch nicht aufgefahren zu meinem Vater.“ (Joh. 20:17) Zu Thomas sagte Jesus gemäß dieser Übersetzung dann aber später: „Reiche deinen Finger her und sieh meine Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite.“ — Joh. 20:27.

Auch durch anderssprachige Übersetzungen entsteht dieses Problem, weil darin die Rede davon ist, daß Jesus zu Maria gesagt habe, sie solle seinen materialisierten Körper nicht anrühren, dann aber später Thomas aufgefordert habe, ihn anzurühren. Die in englischsprachigen Gebieten gebräuchliche katholische Douay-Bibel und die King James Version vermitteln durch ihre Wiedergabe von Johannes 20:17 den Gedanken, daß Jesus nicht „angerührt“ werden sollte. Auch die französischen Übersetzungen von Crampon und Liénart vermitteln diesen Gedanken, ebenso die Riveduta- und die Diodati-Übersetzung (italienisch) und die Moderna-, die Valera- und die Nácar-Colunga-Bibel (spanisch).

„Anrühren“ ist jedoch nur eine Bedeutung des griechischen Wortes hapto. Eine weitere der vielen Bedeutungen dieses griechischen Wortes ist „sich anklammern, festhalten“. (An Expository Dictionary of New Testament Words von W. E. Vine, Bd. IV, S. 145) Nach Storrs Übersetzung von Johannes 20:17 sagte Jesus: „Halte mich nicht fest: noch bin ich nicht zum Vater aufgefahren.“ Ähnlich geben die katholische Herder-Bibel und die französische Bible de Jérusalem (ebenfalls katholisch) diesen Text wieder. Die spanische Übersetzung Ediciones Paulinas verwendet den Ausdruck „Suéltame“, was „laß mich los“ bedeutet.

Wahrscheinlich war Maria Magdalene noch sehr davon bewegt, daß Jesus seinen Nachfolgern durch den Tod entrissen worden war. Als sie ihn nach seiner Auferstehung in seinem materialisierten Körper sah, klammerte sie sich an ihn, als ob sie befürchtete, sie könnte ihn wieder verlieren und ihn nie mehr sehen. Jesu Worte sollten das Mißverständnis beseitigen und ihr zeigen, daß sie ihn nicht krampfhaft festzuhalten brauche aus Furcht, er könnte sonst wieder entweichen. Zur bestimmten Zeit werde er in den Himmel auffahren und von dort den heiligen Geist senden, der seinen Jüngern helfen und sie stärken werde. Die Neue-Welt-Übersetzung gibt die Worte, die Jesus zu Maria sprach, daher treffend folgendermaßen wieder: „Höre auf, dich an mich zu klammern. Denn ich bin noch nicht zum Vater aufgefahren. Geh jedoch zu meinen Brüdern hin und sage ihnen: ‚Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater und zu meinem Gott und eurem Gott.‘“ — Joh. 20:17.

Einige Tage später, noch vor seiner Himmelfahrt, forderte Jesus Thomas auf, seinen materialisierten Körper zu berühren, um sich davon zu überzeugen, daß er, Christus, tatsächlich von den Toten auferstanden sei. (Joh. 20:27) Das widersprach dem, was Jesus vorher gesagt hatte, nicht.

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