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Der Wachtturm verkündet Jehovas Königreich 1968
w68 1. 11. S. 671-672

Fragen von Lesern

● Ist es in Anbetracht der Worte aus Matthäus 5:44 verkehrt, darum zu beten, daß Harmagedon kommen möge? — B. S., USA.

In der Bergpredigt sagte Jesus laut Matthäus 5:44: „Liebt eure Feinde unablässig und betet für die, die euch verfolgen.“

Einige haben aus diesen Worten unrichtigerweise die Schlußfolgerung gezogen, es sei verkehrt, irgendwie das Gericht und die Bestrafung der Feinde Gottes herbeizuwünschen. Da Jesus aber davon sprach, daß einige Personen zur ewigen Vernichtung in der Gehenna verurteilt sind, konnte er dies nicht gemeint haben. Zu einigen Gegnern seiner Tage sagte er: „Schlangen, Otternbrut, wie solltet ihr dem Gericht der Gehenna entfliehen?“ (Matth. 23:33) An welche Feinde, für die Christen beten sollten, dachte denn Jesus?

Christus sprach von Einzelpersonen, die in ihrer Unwissenheit die Jünger Jesu verfolgen. Christen könnten darum beten, daß diesen Personen doch die Augen geöffnet werden möchten, um die Wahrheit über Jehova und seine verheißene neue Ordnung zu erkennen. Selbst wenn Christen verfolgt werden, reagieren sie nicht mit Groll, Drohungen und Haß, sondern fahren fort, grundsatztreue Liebe zu offenbaren. (1. Petr. 2:23) Sie wissen, daß oft eine Verfolgung aufkommt, bei der die Verfolger aus Unwissenheit handeln. Der Apostel Paulus schrieb: „Ich [war] früher ein Lästerer und ein Verfolger und ein schmählich handelnder Mensch ... Dennoch wurde mir Barmherzigkeit erwiesen, weil ich unwissend war und im Unglauben handelte.“ — 1. Tim. 1:13.

Da sich Christen dieser Tatsachen bewußt sind, entwickeln sie nicht einen Geist der Rachsucht, den wir heute überall beobachten können, wobei Böses mit Bösem vergolten wird. Sie handeln anders. Paulus gab den Rat: „Segnet weiterhin jene, die euch verfolgen, segnet, und verflucht nicht. Vergeltet niemandem Böses mit Bösem.“ (Röm. 12:14, 17) Christen vermeiden somit solche Reaktionen, wie sie Jakobus und Johannes zeigten, als man ihnen in einem gewissen samaritanischen Dorf das Gastrecht verweigerte und sie Feuer vom Himmel herabrufen wollten, damit dieses Dorf vernichtet würde. Zu Recht wurden sie von Jesus wegen ihrer Einstellung getadelt. (Luk. 9:52-55) In Übereinstimmung damit, daß Christen diesen Geist der Rachsucht meiden, beten und hoffen sie nicht, daß Harmagedon bald kommen möge, um eine bestimmte Person wegzuraffen, die im Augenblick Christen verfolgen mag oder ungünstig auf die Botschaft vom Königreich reagiert. Jehova hat bis heute Geduld geübt, und Christen sollten sich bemühen, ihn nachzuahmen. Wenn sie Geduld und grundsatztreue Liebe offenbaren, ‘erweisen sie sich als Söhne ihres Vaters, der in den Himmeln ist’. — Matth. 5:45; 2. Petr. 3:9.

Bedeutet all das, daß es verkehrt wäre, darum zu bitten, Harmagedon möge kommen? Nein, und der Text in Matthäus 5:44 widerspricht nicht dem, was Jesus seine Jünger beten lehrte: „Dein Königreich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf der Erde.“ (Matth. 6:10) Was bedeutet das? Dies schließt den „Krieg des großen Tages Gottes, des Allmächtigen“, ein, den Kampf, der zur Vernichtung der menschlichen Königreiche führen wird, damit Gottes Wille auf der Erde wie im Himmel geschehen kann. — Offb. 16:14-16; Dan. 2:44.

Ein solches Gebet zu sprechen bedeutet nicht, Gott darum zu bitten, er möge schnell irgend jemand, der gerade Christen verfolgen mag, vernichten, sondern es ist die Bitte um das Ende des gegenwärtigen Systems der Dinge zu Gottes bestimmter Zeit. Jehova ist in der Lage, in den Herzen der Menschen zu lesen und zu entscheiden, wer es wert ist, zur ewigen Vernichtung in die Gehenna geworfen zu werden. (Spr. 21:2) Wenn wir, die wir nicht in die Herzen der Menschen zu blicken vermögen, ein solches Gericht Gott überlassen, vermeiden wir die Fallgrube der Rachsucht und Bitterkeit. Wir können uns somit darauf konzentrieren, das Gute zu tun und jene grundsatztreue Liebe zu offenbaren, die das Kennzeichen wahrer Christen ist. — Joh. 13:34, 35.

● Wieso beabsichtigte Joseph, Maria durch Scheidung zu entlassen, als er erfuhr, daß sie schwanger war, da er doch noch gar nicht mit ihr verheiratet war? — W. M., USA.

Der Bericht hierüber in Matthäus 1:18, 19 lautet: „Als seine Mutter Maria mit Joseph verlobt war, fand es sich, daß sie, vor ihrer Vereinigung, durch heiligen Geist schwanger war. Doch weil Joseph, ihr Mann, gerecht war und sie nicht öffentlich zur Schau stellen wollte, beabsichtigte er, sie heimlich durch Scheidung zu entlassen.“

Unter dem mosaischen Gesetz wurde eine verlobte Frau als gesetzlich an den Mann gebunden betrachtet, den sie heiraten sollte, und wurde so behandelt, als sei sie mit ihm verheiratet. Dies geht aus der Tatsache hervor, daß ein Mann, der eine ledige Frau verführte, verpflichtet war, sie zu heiraten, wenn ihr Vater es erlaubte. Wenn jedoch ein Mann eine verlobte Frau verführte, mußten beide zu Tode gesteinigt werden. (5. Mose 22:23-29; 2. Mose 22:16, 17) In gleicher Weise wurde eine verheiratete Frau in Israel, die sich des Ehebruches schuldig gemacht hatte, mit Steinigung bestraft, zusammen mit dem Mann, der sie entehrt hatte. (5. Mose 22:22; Hes. 16:38, 40) Aber in Fällen, in denen die Strafe auf Tod durch Steinigung lautete, waren zur Begründung der Schuld zwei Zeugen erforderlich. — 5. Mose 17:6, 7.

Im Falle Marias hatte Joseph offensichtlich keine zwei Zeugen, die irgendwie hätten bestätigen können, daß Maria unsittlich gehandelt hätte. Auch hielt er es nicht für passend, die Angelegenheit an die Öffentlichkeit zu bringen, indem er zwei Zeugen für ihre Schuld gesucht hätte. Statt dessen entschied er sich dafür, die Verlobung zu lösen. Aber wie? Dr. Alfred Edersheim bemerkt hierzu: „Von dem Zeitpunkt ihrer Verlobung an wurde eine Frau so behandelt, als ob sie tatsächlich verheiratet wäre. Die Verlobung konnte nicht gelöst werden, außer durch eine reguläre Scheidung.“ — Sketches of Jewish Social Life in the Days of Christ, Seite 148.

So konnte also Joseph, obwohl er tatsächlich nur verlobt war, ihr ein Scheidungszeugnis geben. Das Gesetz gestattete es einem Mann, seine Frau zu entlassen, wenn er an ihr etwas Schamwürdiges gefunden hatte. (5. Mose 24:1, 2) Zur Zeit Jesu gab es viele Gründe für eine solche Scheidung. Es scheint so, als ob sogar Fälle von erwiesenem Ehebruch durch eine Scheidung erledigt werden konnten. (Matth. 5:32; 19:9) Von welchem Grund Joseph auch ausgegangen sein mochte, so wollte er die Angelegenheit doch offenbar nicht an die Öffentlichkeit bringen. Vielmehr „beabsichtigte er, sie [Maria] heimlich durch Scheidung zu entlassen“. Möglicherweise hätte er ihr lediglich das Scheidungszeugnis vor zwei Zeugen ausgehändigt, so daß die Sache dem Gesetz entsprechend erledigt gewesen, Maria aber dadurch nicht ungebührlich in Schande gebracht worden wäre.

Wir dürfen dabei nicht übersehen, daß Joseph sich in einer schwierigen Situation befand. ‘Er war gerecht’ und wußte, daß Maria eine tugendhafte Frau war. Doch war sie offensichtlich schwanger. Angenommen Joseph erfuhr nach Marias Besuch bei ihrer Kusine Elisabeth, daß sie schwanger war, dann mag er auch erfahren haben, daß der Engel dem Sacharja erschienen war, daß die unfruchtbare Elisabeth mit Johannes schwanger ging und daß das Kindlein im Leibe der Elisabeth hüpfte, als Maria zu ihr kam. (Luk. 1:5-25, 39-45) Aber die Bibel berichtet nichts dergleichen. Die Erscheinung des Engels bei Joseph diente nicht dazu, nur das zu bestätigen, was Joseph bereits vom Hörensagen her über die Ursache der Schwangerschaft Marias erfahren hatte. Da er, bevor der Engel ihn besuchte, keine Zeugen gegen Maria hatte, war seine Absicht in Übereinstimmung mit der Bemerkung, daß er „gerecht war und sie nicht öffentlich zur Schau stellen wollte“. — Matth. 1:19.

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