Bewahre trotz vieler Verpflichtungen christliches Gleichgewicht
WELCHE Freude, zu sehen, wie sich in Gottes sichtbarer Schöpfung alles im Gleichgewicht befindet. Man stellt dies überall fest, wo nicht selbstsüchtige oder törichte Menschen dieses Gleichgewicht gestört haben. Auch von uns verlangt Gott, daß wir ausgeglichen sind, daß wir trotz vieler Verpflichtungen christliches Gleichgewicht bewahren. Wir lesen: „Gürtet euren Sinn zur Tätigkeit, bewahrt völliges Gleichgewicht.“a — 1. Petr. 1:13, NW, englische Ausgabe 1950.
Gleichgewicht oder Ausgeglichenheit ist etwas, was wir alle anstreben sollten. Warum? Weil jeder von uns, ob Hausfrau, christlicher Missionar, Aufseher usw., verschiedene Verpflichtungen hat; und damit er diesen Verpflichtungen auf eine Weise nachkommen kann, die Jehova Gott wohlgefällt, muß er das Gleichgewicht bewahren.
Was bedeutet es, christliches Gleichgewicht zu bewahren? Es bedeutet, den verschiedenen Verpflichtungen die ihrer Wichtigkeit entsprechende Zeit und Aufmerksamkeit zu widmen. Sehr wahrscheinlich können wir für keine unserer Aufgaben so viel Zeit und Kraft verwenden, wie wir es gern möchten, aber wir werden jede gebührend berücksichtigen und keine vernachlässigen.
Was hilft uns, das christliche Gleichgewicht zu bewahren? Das tägliche Studium des Wortes Gottes und der regelmäßige Besuch der Zusammenkünfte sind uns eine große Hilfe. Warum? Weil dadurch unser Glaube gestärkt wird, und Glaube ist unerläßlich, um trotz vieler Verpflichtungen das christliche Gleichgewicht zu bewahren. Darüber hinaus lernen wir durch das Studium der Bibel und den Besuch der Zusammenkünfte unsere Verpflichtungen besser kennen und erfahren auch, wie wir ihnen richtig nachkommen können. Ein Familienvater, der gleichzeitig ein christlicher Aufseher ist, muß zum Beispiel im Erfüllen seiner Familienpflichten und seiner Verpflichtungen, die er als Aufseher hat, das Gleichgewicht bewahren. Was geht vor? Seine Familienpflichten, denn aus Gottes Wort lernt er, daß er schlimmer als ein Ungläubiger wäre, wenn er sie vernachlässigen würde, und daß er nur dann für das Amt eines Aufsehers in Frage kommt, wenn er sich richtig um seine Familie kümmert. — 1. Tim. 3:4; 5:8.
Genauso verhält es sich auch mit einer christlichen Hausfrau. Durch ein Studium des Wortes Gottes lernt sie, daß ihre Pflichten im Haushalt nur von relativer Bedeutung sind im Vergleich zu ihrem christlichen Gottesdienst. Sie vernachlässigt daher ihre Familie nicht, begeht aber auch nicht den Fehler, den Martha beging, die zu sehr um die materiellen Dinge besorgt war. — Luk. 10:38-42.
Eine wertvolle Hilfe zum Bewahren des christlichen Gleichgewichts trotz vieler Verpflichtungen sind unter anderem eine vernünftige Einstellung, Selbstbeherrschung, Gottergebenheit und Selbstgenügsamkeit. Wenn wir diese Eigenschaften haben, werden wir Extreme vermeiden; wir sind damit zufrieden, an irgendeinem Platz in Jehovas Organisation zu dienen, und sind nie entmutigt, wenn unsere Fortschritte vielleicht nur gering sind. Im Gegenteil, diese Eigenschaften helfen uns, uns mit denen zu freuen, die bessere Fähigkeiten und größere Vorrechte haben als wir, und dafür dankbar zu sein, daß es in Jehovas Organisation fähige Männer gibt, die die Führung übernehmen können. Wir sind dann auch dafür dankbar, daß wir Gottes Wohlgefallen genießen und die Aussicht haben, Leben in seiner neuen Ordnung zu erlangen, obgleich wir — wie damals die Witwe — vielleicht nur einige kleine Münzen von ganz geringem Wert geben können. — Luk. 21:1-4; 1. Tim. 6:6-8.
Um trotz vieler Verpflichtungen christliches Gleichgewicht zu bewahren, dürfen wir auch das Gebet nicht übersehen. Wir könnten unsere Bürden nicht ohne Gottes Hilfe tragen, und eine Hilfe, die er uns bietet, ist das kostbare Vorrecht des Gebetes. — Ps. 55:22; Phil. 4:6, 7.
Obwohl wir mit unserem Los zufrieden sind, sollten wir doch stets danach trachten, zu wachsen und reifer zu werden. Wir können vielleicht in diesem Monat oder in diesem Jahr nicht mehr Zeit und Kraft einsetzen als im letzten Monat oder im letzten Jahr, aber wir sollten wirkungsvoller und freudiger dienen und trotz unserer vielen Verpflichtungen das Gleichgewicht besser bewahren können. Das können wir tun, wenn wir uns weiterhin Mühe geben, weiterhin studieren, den Zusammenkünften beiwohnen, beten und jede Gelegenheit zu predigen ausnutzen.
[Fußnote]
a Einzelheiten siehe Der Wachtturm vom 1. August 1966.