Fragen von Lesern
● War Kainan oder Arpachschad der Vater des in der Bibel erwähnten Schelach? — J. B., USA.
Offensichtlich war Arpachschad Schelachs Vater. Die obige Frage erhebt sich jedoch wegen eines scheinbaren Widerspruchs zwischen gewissen Bibeltexten. In 1. Mose 10:24 und in 1. Chronika 1:18 heißt es zum Beispiel nach dem massoretischen oder hebräischen Text, daß Arpachschad Schelachs Vater war. Gemäß Lukas dagegen, der die Geschlechtslinie Jesu Christi über Maria, dessen Mutter, anführt, war Schelach der Sohn „des Kainan, des Sohnes des Arphaxad [Arpachschad]“. — Luk. 3:35, 36.
In diesem Zusammenhang ist es interessant zu beachten, daß der Name Kainan weder in den vorhandenen hebräischen Manuskripten der Hebräischen Schriften noch in den alten Übersetzungen oder den Targumen vorkommt.
Manche glauben, der Originaltext des Lukasevangeliums habe den Namen Kainan nicht enthalten. Bemerkenswert ist, daß in der 1950 erschienenen englischen Ausgabe der Neuen-Welt-Übersetzung der Christlichen Griechischen Schriften in einer Fußnote zu Lukas 3:36 darauf hingewiesen wird, daß der Ausdruck „des Sohnes des Kainan“ im Cambridge-Text, der aus dem sechsten Jahrhundert unserer Zeitrechnung stammt, fehlt. Diese Weglassung entspräche also dem, was wir nach dem massoretischen Text in 1. Mose 10:24; 11:12 und in 1. Chronika 1:18 lesen. Es wird jedoch zugegeben, daß der Name Kainan eine Veränderung des Wortes „Chaldäer“ sein könnte. Demnach könnte es in Lukas 3:36 nach dem griechischen Text ursprünglich geheißen haben: „... des Sohnes des Chaldäers Arphaxad.“
Die Tatsache, daß sich die Namen Arpachschad und Kainan auf ein und dieselbe Person beziehen könnten, wurde auch in dem Buch „Dinge, in denen es unmöglich ist, daß Gott lügt“ berücksichtigt. Auf den Seiten 112 und 113 dieses Buches erscheint eine Tafel unter der Überschrift „Die irdische Abstammungslinie des Sohnes Gottes als des Samens des ‚Weibes‘ Gottes“. In dieser Liste findet man nach dem Namen Arpachschad den Namen Kainan in Klammern.