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Der Wachtturm verkündet Jehovas Königreich 1963
w63 15. 10. S. 639-640

Fragen von Lesern

● Wie ist Lukas 23:34 zu verstehen, und warum erscheint dieser Text in der Neuen-Welt-Übersetzung der Heiligen Schrift? Ist er nicht zum Teil unecht? — J. W., Vereinigte Staaten.

Der umstrittene Teil dieses Textes lautet: „Jesus aber sprach: ‚Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.‘“ Diese Worte erscheinen in der Neuen-Welt-Übersetzung der Heiligen Schrift, weil sie im Codex Sinaiticus, im Codex Alexandrinus, im Codex Ephraemi rescriptus, in der lateinischen Vulgata und in den beiden syrischen Übersetzungen, dem Codex Curetonianus und der Peschitta, enthalten sind. Man hat dafür also eine ganz ansehnliche Reihe von gewichtigen Zeugen.

Der fragliche Text erscheint in der Neuen-Welt-Übersetzung der Heiligen Schrift jedoch in Klammern, weil er im griechischen Text von Westcott und Hort, der der Neuen-Welt-Übersetzung zugrunde liegt, doppelt eingeklammert ist. Durch doppelte Klammern deuten die beiden Griechischkenner an, daß das Zeugnis zugunsten dieser Worte nicht unumstritten ist. Er fehlt nämlich in einigen sehr zuverlässigen Handschriften, zum Beispiel in dem bekannten Codex Vaticanus (Nr. 1209), im Codex Bezae und im Sinaitisch-Syrischen Codex. Als das Neue-Welt-Bibelübersetzungskomitee seine Übersetzung revidierte, wog es die Zeugnisse beider Seiten gegeneinander ab und entschied schließlich zugunsten der Seite, bei der diese Worte zu finden sind. Da in der revidierten Ausgabe kein Platz für Fußnoten vorgesehen war, ging es darum, sie entweder in den Text aufzunehmen oder ganz wegzulassen.

In der Vergangenheit hielt man diesen Text weitgehend deswegen für unecht, weil er in der bekannten Vatikanischen Handschrift Nr. 1209 fehlt. Dieser Umstand allein sollte jedoch nicht allzusehr dagegen ins Feld geführt werden, wenn man bedenkt, daß so viele andere bedeutende Handschriften ihn enthalten. Das scheint übrigens auch die Ansicht der meisten heutigen Gelehrten zu sein, denn diese Worte erscheinen unter anderem auch in der amerikanischen Revised Standard Version sowie in den deutschen Übersetzungen von Ludwig Thimme, Hans Bruns, Josef Kürzinger usw.

Es mag in diesem Zusammenhang auch interessant sein zu wissen, daß man, was die Echtheit betrifft, drei Kategorien von Texten unterscheidet: 1. jene, die so eindeutig bezeugt sind, daß über ihre Zugehörigkeit zum Text kein Zweifel besteht (sie machen nach Westcott und Hort etwa 99 Prozent des ganzen Bibeltextes aus), 2. jene, die eindeutig nicht in die Bibel hineingehören (wie der größte Teil von 1. Johannes 5:7), und 3. jene wenigen, die in dieser oder jener Beziehung nicht ganz eindeutig und klar bezeugt sind und bei denen die Zeugnisse gegeneinander abgewogen werden müssen. Zu dieser Kategorie gehört Lukas 23:34.

Von jenen, über die Jesus die erwähnten Worte sagte, heißt es im vorhergehenden Vers: „Als sie an den Ort kamen, der Schädel genannt wird, hängten sie ihn an den Pfahl und die Übeltäter, einen zu seiner Rechten und einen zu seiner Linken.“ Dann folgen die umstrittenen Worte Jesu, und danach sagt der Bericht weiter: „Ferner warfen sie Lose, um seine Kleider zu verteilen.“ Jesus bat Gott bestimmt nicht für die Missetäter, die mit ihm an den Pfahl geschlagen wurden, um Vergebung, denn sie hatten ihm nichts getan. Er konnte auch nicht an die Oberpriester gedacht haben, die seinen Tod verschuldet hatten, denn sie wußten, was sie taten, als sie Jesus aus Neid überlieferten. — Mark. 15:10.

Folglich können sich die Worte Jesu nur auf die römischen Soldaten beziehen, denen die abscheuliche Aufgabe zufiel, Jesus an den Pfahl zu schlagen, nachdem sie ihm die Kleider abgenommen hatten. Von ihnen kann gesagt werden, daß sie Jesus etwas taten und nicht wußten oder erkannten, was sie taten, da sie nicht wußten, daß sie den Sohn Gottes an den Pfahl schlugen. Sie führten lediglich die Befehle des römischen Statthalters Pontius Pilatus aus, der Jesus auf Verlangen der Juden seinen Henkersknechten ausgeliefert hatte, damit sie ihn an den Pfahl schlügen. Diesen römischen Soldaten mußte also vergeben werden, und für sie bat Jesus seinen himmlischen Vater um Vergebung.

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