Fragen von Lesern
● Welche Form des Tetragrammatons ist richtig: יהוה, wie es in dem Buch „Gott bleibt wahrhaftig“ und in dem Buche „Ausgerüstet für jedes gute Werk“ wiedergegeben wird, oder יְהוָֹה, wie man es in den Konkordanzen von Strong und Young findet? — R. R. W., USA.
Die zuerst erwähnte Form ist die grundlegende Form des hebräischen Tetragrammatons, und so erscheint es in den erwähnten Publikationen der Gesellschaft. Die zweite Form, die den erwähnten Konkordanzen entnommen ist, ist das Tetragrammaton mit Vokalpunkten oberhalb und unterhalb desselben. Wie wohl bekannt ist, wurde die hebräische Schrift zuerst ganz ohne Vokalzeichen geschrieben, da die Vokale durch mündliche Tradition überliefert wurden. Vokalpunkte wurden später hinzugefügt, damit Leser den hebräischen Text richtig aussprechen und den rechten Sinn feststellen konnten. Es ist allgemein bekannt, daß die Vokalpunkte, die Dr. Young und Dr. Strong benutzten, eigentlich die Vokale darstellen, die zum hebräischen Wort Adonei gehören, und diese Vokalpunkte waren für den jüdischen Leser in Wirklichkeit ein Zeichen, damit er, wenn er zum Tetragrammaton käme (dessen Aussprache nicht mehr bekannt war), den Titel Adonai (deutsch: „der Herr“) lesen sollte, statt zu versuchen, das Tetragrammaton auszusprechen. Zu dieser Verfahrensweise nahm die jüdische Geistlichkeit Zuflucht, weil sie dachte, es bedeute eine Entweihung, den Namen Jehova überhaupt auszusprechen, und es sei eine Verletzung des Verbotes, den Namen unseres Gottes, Jehovas, zu mißbrauchen. Diese religiöse Ansicht erklärt, weshalb der Name Jehova in der (englischen) autorisierten oder King-James-Übersetzung so selten erscheint, wie dies auch im Vorwort der American Standard Version vermerkt worden ist.
● Wie sollten sich Kinder von Gott hingegebenen christlichen Eltern verhalten, wenn von ihnen in der Schule verlangt wird, daß sie für gewisse Festzeiten zum Beispiel Zeichnungen machen? Was ist über das Weihnachtsprogramm und den Gesang von Weihnachtsliedern zu sagen? Wie steht es mit Geburtstagsfeiern in der Schule? — M. C., USA.
Während einer Festzeit mag von allen Schülern einer Schulklasse verlangt werden, daß sie Bilder zeichnen oder malen, die sich auf das betreffende Fest beziehen. Das gehört mit zu den Aufgaben in der Schule selbst, und dadurch, daß ein Schüler die Bilder zeichnet oder malt, zeigt er noch nicht, daß er den Festtag feiert oder ihn für wichtig hält. Er erfüllt lediglich eine Schulaufgabe, seine Geschicklichkeit wird erprobt und geschult. Da es also um Kunstfertigkeit geht und da es sich um eine Aufgabe in der Schule handelt, kann ein Kind von Gott hingegebenen Eltern sie erfüllen.
Die Teilnahme an Festtagsparties oder Feierlichkeiten jedoch, die nicht zum Bildungsgang gehören, sondern in erster Linie der Entspannung dienen, ist etwas anderes. Feiertage wie zum Beispiel das Halloween-Fest (Am Abend vor Allerheiligen), das Erntedankfest, Weihnachten, Neujahr, der Valentinstag (USA, 14. Februar) und Ostern haben ihre Wurzeln im Heidentum. Die Schreiber der Christlichen Griechischen Schriften erwähnen keine solche Feiern. Für diese treffen die Worte des Apostels Paulus zu: „Ich sage, daß die Dinge, welche die Nationen opfern, sie Dämonen opfern und nicht Gott, und ich will nicht, daß ihr Teilhaber mit den Dämonen werdet. Ihr könnt nicht den Becher Jehovas und den Becher der Dämonen trinken; ihr könnt nicht am ‚Tische Jehovas‘ und am Tische der Dämonen teilhaben. Oder ‚reizen wir Jehova zur Eifersucht‘? Sind wir etwa stärker als er?“ „Welche Übereinstimmung besteht zwischen Christus und Belial? Oder welchen Anteil hat ein Gläubiger mit einem Ungläubigen? Und welche Übereinstimmung besteht zwischen dem Tempel Gottes und Götzenbildern?“ — 1. Kor. 10:20-22; 2. Kor. 6:15, 16, NW.
Nun zu den Geburtstagsfeiern: Es ist tatsächlich eigentümlich, um das mindeste zu sagen, daß wir, obwohl es Aufzeichnungen über Geburtstage gibt, die in ferner Vergangenheit, zum Beispiel im alten Ägypten, gefeiert wurden, doch den Geburtstag Jesu oder irgendeines seiner Apostel nicht kennen. Daraus geht deutlich hervor, daß Jehova Gott nicht will, daß irgend jemand diese Geburtstage feiert, sonst hätte er ihre Daten aufzeichnen lassen. In seinem Wort werden nur zwei Geburtstagsfeiern erwähnt, beide von gottlosen Königen, und in jedem Fall war eine Hinrichtung damit verbunden, in dem einen Fall die des obersten Bäckers Pharaos und in dem anderen die Johannes’ des Täufers. (1. Mose 40:20-22; Matth. 14:6-10) Selbst die Juden jener Tage „betrachteten Geburtstagsfeiern als einen Teil eines götzendienerischen Kultes, und dies ohne Zweifel wegen der götzendienerischen Riten, die zur Ehre derer beobachtet wurden, die man als Schutzgötter des Tages ansah, an dem der Betreffende geboren wurde“. — McClintock und Strongs Cyclopædia.
Kinder von Gott hingegebenen christlichen Eltern sollten daher solche Feiertage oder Geburtstage nicht mitfeiern. Das würde auch bei Nationalfeiertagen und auch bei jenen Feiertagen gelten, die teilweise oder vollständig heidnischen Ursprungs sind. Die Kinder können diese Tatsachen ihren Schullehrern selbst erklären. Sie geben so ein Zeugnis und zeigen dadurch, daß sie, obwohl jung an Jahren, doch schon eine feste christliche Überzeugung haben. Wenn aber die Kinder dies nicht richtig tun können, sollte sie ihr Vater oder ihre Mutter auf jeden Fall dafür entschuldigen lassen, daß sie gemäß dem Grundsatz der Gewissens- und Gottesdienstfreiheit nicht mitmachen. — Ps. 8:2; Spr. 29:6.