Fragen von Lesern
● Wie sollte ein Gott hingegebener Christ gemäß der Schrift Gewerkschaften und eine Teilnahme an deren Tätigkeit ansehen? — S. B., USA.
Die Heilige Schrift gibt Christen den Rat, um das besorgt zu sein, „was in den Augen aller Menschen als recht angesehen wird“. „Wenn jemand für die Seinen und besonders für seine Hausgenossen nicht sorgt, so hat er den Glauben verleugnet und ist schlimmer als ein Ungläubiger.“ Diese Texte können auch in Verbindung mit Gewerkschaften angewandt werden, denn um sie zu befolgen, mag es notwendig sein, einer Gewerkschaft beizutreten. Eine Parallele könnte zwischen jemandes Pflichten, die er als Glied einer Gewerkschaft hat, und den Pflichten, die er als Bürger eines Landes hat, gezogen werden. Für die Wohltaten, die ein Christ von der Regierung erhält, zahlt er Steuern, ähnlicherweise könnte er mit Recht Gewerkschaftsbeiträge entrichten, da diese sozusagen den Versicherungsbeitrag für seine Stelle bedeuten. Es kann daher kein Einwand erhoben werden, wenn ein Christ lediglich einer Gewerkschaft angehört, Beiträge an sie zahlt und dem Rufe folgt, im Falle eines Streiks die Arbeit einzustellen. — Röm. 12:17; 1. Tim. 5:8, NW.
Indes sollte sich ein Christ nicht derart in die Tätigkeit einer Gewerkschaft verwickeln, daß er eine offizielle Stellung in der Gewerkschaft einnimmt. Auch sollte er im Falle eines Streiks nicht Streikposten stehen oder auf andere Weise für die Sache des Streiks werben. Vor allem sollte er an keinen Gewaltmaßnahmen bei Streitigkeiten der Arbeiterpartei teilnehmen, denn „ein Sklave des Herrn soll nicht streiten“. „Seid nach Möglichkeit, soweit es von euch abhängt, gegen alle Menschen friedsam.“ Genauso wie ein Christ sich der Politik und den Kriegen seines Landes gegenüber neutral verhält, läßt sich ein Christ, der ein Gewerkschaftsmitglied ist, nicht in die Tätigkeit der Regierung und in wirtschaftliche Streitereien der Gewerkschaft ein, sondern er muß neutral bleiben. — 2. Tim. 2:24; Röm. 12:18, NW.