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Der Wachtturm verkündet Jehovas Königreich 1959
w59 1. 10. S. 596-600

Mein Lebensziel verfolgend

Von Mary M. Hinds erzählt

JAWOHL, man kann es schaffen! Es gab in den vergangenen Jahrhunderten treue Männer und Frauen, die es geschafft haben. Und es gibt heute noch Männer und Frauen, die es schaffen. Wohl die beste Gelegenheit dazu, die Gelegenheit, Jehova auf Satans prahlerische Behauptung eine Antwort zu geben, bietet sich uns im Pionierdienst. — Spr. 27:11.

In meinen frühesten Erinnerungen spielen meine gottesfürchtigen Eltern eine Rolle, die die Schriften der Gesellschaft studierten und diesen zufolge uns Kindern rechte Grundsätze einschärften. Ich besuchte nicht nur regelmäßig das Wachtturm-Studium und beteiligte mich daran (ob es nun bei uns zu Hause stattfand oder im Hause der am nächsten wohnenden Zeugen, zu denen wir 28 Kilometer mit dem Pferdewagen fahren mußten), sondern ich verteilte nach der Schule auch Traktate, und diese guten Gewohnheiten gingen mir so in Fleisch und Blut über, daß ich die Wahrheit für etwas ganz Selbstverständliches hinnahm und darob irgendwie vergaß, daß ich eine persönliche Entscheidung zu treffen hätte, wenn ich von dem großen Schöpfer anerkannt werden wollte.

Mit achtzehn Jahren begann ich ein vierjähriges Studium an einer Hochschule. Als ich mich dann der harten Wirklichkeit des Lebens gegenüber sah, wußte ich nicht mehr, wo aus und ein, und hatte schrecklich Heimweh. Doch ganz zuunterst in meinem Koffer steckte in einer Ecke — nicht nur als Zeichen der Fürsorglichkeit, sondern auch als Zeichen der stillen Hoffnung einer Gott hingegebenen Mutter — ein kleines, grünes Buch — Die Harfe Gottes. Eifrig griff ich danach, las darin und studierte es anhand der Bibel. Es bedeutete mir jetzt viel mehr als je zuvor! Es gab mir Trost und eine Hoffnung. Durch diese lebengebende Erkenntnis wurde mir bewußt, daß es für mich eine Zukunft gab, die mich weit mehr befriedigen würde als alles, was ich durch meine eigenen Anstrengungen erreichen konnte, und das hatte zur Folge, daß ich mich Gott hingab und mich im Jahre 1927 auf dem ersten großen Kongreß, den ich besuchte, in Toronto, Kanada, taufen ließ. Dort erwachte in mir ein unstillbares Verlangen nach dem Pionierdienst. Aber ich hatte noch eine Studienschuld zu begleichen, deren Bezahlung ich nicht mit gutem Gewissen auf jemand anders abschieben konnte, und sie nahm noch zu, bevor ich in der Lage war, sie zu tilgen. Wie suchte ich doch mein Geld ein ganzes Jahr lang zu strecken, um diese Schuld zu begleichen! Ja es blieben mir schließlich noch acht Dollar!

‚Trachtet zuerst nach dem Königreich, und all diese anderen Dinge werden euch hinzugefügt werden.‘ Diese Zusicherung klang mir fortwährend in den Ohren, und da ich ‚die Kosten berechnet‘ hatte, vermochte mich nichts Geringeres mehr zufriedenzustellen als der Pionierdienst, durch den ich mein Lebensziel verfolgen konnte. (Matth. 6:33, NW) Ich gab deshalb meine Stelle auf, brach alle Brücken hinter mir ab und begann im September 1930 — mitten in einer großen Wirtschaftskrise — den Wettlauf auf der Rennbahn des Lebens. Daß ich das getan habe, hat mich stets glücklich gemacht, denn der Vollzeitdienst bedeutete mir damals schon viel mehr als irgendwelche der vielen absolut rechten Dinge, die die alte Welt zu bieten vermochte, und er bedeutet mir auch heute noch dasselbe. In diesem Dienste konnte ich Jehovas Güte täglich spüren und ihm jeden Tag lobsingen, und das gab mir den Herzensfrieden, der mich befähigte, allem zu begegnen, was kommen mochte.

Jener erste Winter war schwer für eine so unerfahrene Pionierin, wie ich es noch war, und oft kam mir der quälende Gedanke, wieder zu einer bezahlten Stellung zurückzukehren. Ich lernte aber bald, daß feste Entschlossenheit und völliges Vertrauen auf Jehova und seine Organisation nötig sind, wenn ich im Dienste bleiben wollte. Doch als ich mit der Genehmigung der Gesellschaft von meinem Landgebiet in ein Stadtgebiet übersiedeln konnte, war für mich das Problem für jenen ersten Winter gelöst. Ich arbeitete nun mit der Versammlung Indianapolis, Indiana, zusammen und blieb dort bis zum Kongreß in Columbus, Ohio, im Jahre 1931, der durch die Annahme des „neuen Namens“ gekrönt wurde. Dort kam ich mit einer lieben Schwester, die zwanzig Jahre älter war als ich und schon etwa 25 Jahre Pionierdienst hinter sich hatte, überein, daß wir zusammenarbeiten wollten. Sie besaß auch einen Wagen. Welche Hilfe sie mir doch war!

In den folgenden sechs Jahren arbeiteten wir fröhlich zusammen und widmeten uns vorwiegend dem Anbauwerk in Landgebieten. Von den Ebenen der Kornkammer im Norden von Indiana über die Prärie und das Tabakgebiet von Kentucky und Tennessee bis zu den Baumwollplantagen im Süden von Alabama verkündigten wir die gute Botschaft. In unserem Bemühen, jedes Haus in unserem Gebiet zu erreichen, durchwateten wir Flüsse, schritten über primitive Balkenbrücken, bestiegen Berge, füllten Rinnen in den Straßen mit Steinen, um mit dem Wagen darüberfahren zu können, und blieben in allem möglichen stecken, vom Lehmboden des Mississippitales bis zum Sand des Lookout Mountain! Wir wurden von religiösen Fanatikern verleumdet, die uns vorausgingen und ihre Nachbarn vor unserem Kommen warnten; wir besuchten die „Feudin’ hollers“, wurden aus Bergwerklagern vertrieben, wobei man uns sogar mit einem Gewehr drohte. Aber trotz all dieser Schwierigkeiten erlebten wir immer wieder die Freude, Menschen zu finden, die echtes Interesse bekundeten, und sehr oft wohnten diese gerade im letzten Hause, am Ende der Straße. Wir wären nie willentlich an einem einzigen Haus vorbeigegangen, denn wir wußten, daß Treue in kleinen Dingen zu Treue in großen Dingen führt. Reichlich säten wir in den neunundzwanzig Counties jenes abgelegenen Landgebietes und ernteten auch reichlich.

Unsere geistige Kost war das beste, was es geben konnte: die Bibel und Der Wachtturm, den wir eifrig studierten und dabei stets fanden, daß jede Wahrheit noch genauso frisch und köstlich war wie einst, ‚als wir sie zum erstenmal in unser Herz schlossen‘. Und wie stand es mit unseren Finanzen? Oh, wir hatten erkannt, daß zwischen Wunsch und Notwendigkeit ein großer Unterschied besteht und daß ‚sich weder Leben noch Glück aus dem Besitz ergibt‘, und daher ging es uns wunderbar! (Luk. 12:15, NW) Da wir unser Geld gut einteilten, hatten wir auch stets die nötigen Mittel, um die Kongresse zu besuchen, durch die wir immer wieder angespornt wurden, das lebenrettende Werk, das wir tun durften, fortzusetzen.

So reich gesegnet jene Jahre auch waren, gab es doch noch größere Dinge zu tun. Wir waren in der Tat dankbar, als wir im Jahre 1937 — und zwar wiederum in Columbus, Ohio — zur Teilnahme am Sonderpionierdienst eingeladen wurden. Während des Wechsels von der demokratischen zur theokratischen Organisationsmethode arbeiteten wir mit der Versammlung Louisville, Kentucky, zusammen und sahen mit Freude, wie Jehova das Wachstum schenkte; denn viele, bei denen wir Nachbesuche machten, schlossen sich uns an und wurden Gott hingegebene Zeugen. Dann ging es weiter nach Jeffersonville und New Albany, Indiana, wo wir weitere Menschen fanden, die an der Botschaft interessiert waren, und wo wir uns weitere unvergeßliche Freunde machten. Im Jahre 1941 wurden wir nach Union City, Tennessee, gesandt. Anfang 1942 wurde ich durch den Tod meiner lieben Mutter, die mich stets ermunterte, im Dienste treu auszuharren, nach Hause gerufen. Es war ein harter Schlag für mich, und als ich nach zehn Tagen in mein Arbeitsgebiet zurückkehrte, fand ich meine Gefährtin im Kampfe mit einer Krankheit vor, die sie einige Monate später zwang, den Pionierdienst aufzugeben. Sie war sechsunddreißig Jahre Pionierin gewesen, und durch sie hatte ich jene hochwertigen Eigenschaften, wie Geduld und Ausdauer, noch besser kennengelernt. All das zeigt mir, daß der Pionierdienst uns vor den „allgemein menschlichen“ Problemen und Versuchungen nicht verschont und daß man ihnen auch nicht in der eigenen Kraft begegnen kann. (1. Kor. 10:13, NW) Im Pionierdienst wandelt man in ganz enger Verbindung mit Gott. Und er hilft und unterstützt alle, die ihre Bürden auf ihn werfen.

Auf dem theokratischen „Neue-Welt“-Kongreß, der in jenem Jahr in Cleveland, Ohio, stattfand, kam uns der Gedanke, daß Jehovas Organisation nie stillsteht, so richtig zum Bewußtsein, als die elektrisierende Ankündigung erfolgte, daß einige unserer Brüder vielleicht schon bald in den Dienst nach fremden Ländern gesandt würden. Überzeugt, daß dies für mich ja nicht in Frage käme, kehrte ich in mein Arbeitsgebiet nach Union City zurück, wo meine neue Partnerin und ich gemeinsam die Freude erlebten, eine kleine Versammlung zu gründen.

Dann kam die unvergeßliche Überraschung. Zwei längliche Briefumschläge vom Büro des Präsidenten! Sie trugen den Stempel „Vertraulich“. Fieberhaft öffneten wir sie, überflogen schnell den Inhalt und gingen nach Hause. Mit einem Gefühl der Dankbarkeit, vermischt mit Demut, Freude und Erregung, hätten wir am liebsten der ganzen Welt zugerufen: „Gilead! Missionardienst! Auslandsgebiete! Theokratische Ausdehnung!“ Der beiliegende Fragebogen ernüchterte uns allerdings wieder. Wenn ich ihn ausfüllte und meine Bewerbung angenommen wurde, konnte das bedeuten, daß ich meine Lieben unter Umständen nie mehr sehen würde, nachdem ich die Vereinigten Staaten einmal verlassen hätte. Es mochte bedeuten, daß ich mit fünfunddreißig Jahren noch eine neue Sprache lernen mußte, und die Sprache hat mir schon immer Schwierigkeiten gemacht. Es mochte für mich eine vollständige Umstellung der Lebensweise bedeuten. Durfte ich mir aber andrerseits das wunderbare Vorrecht, den großen ‚Vater der Erbarmungen und Gott allen Trostes‘ in anderen Ländern ins richtige Licht rücken, entgehen lassen? (2. Kor. 1:3, NW) Du hast die Antwort richtig erraten. Der Fragebogen wurde eingesandt, und die Tage schlichen nur so dahin, während wir sehnsüchtig auf Antwort warteten. Wir fuhren inzwischen in unser nächstes Gebiet, Pineville, Kentucky. Dieses Städtchen am Fuße der Cumberland Mountains, nicht weit von Harlan entfernt, wo unsere Brüder kurz zuvor des Aufruhrs angeklagt worden waren, erwies sich als ein herzerfreuendes Gebiet. Wir waren bald eifrig dabei, die Grundlage für eine künftige Versammlung zu legen, mit der wir aber nie zusammenkamen, denn noch vor ihrer Gründung erhielten wir unsere Einladung zum Besuch der zweiten Klasse der Gileadschule.

Gilead! Welch ein Gemisch von Lieblichkeit, fröhlicher Gemeinschaft, intensivem Studium, Unterweisung und Frieden — wahrlich, ein Vorgeschmack der Zustände in der neuen Welt! Wie schnell diese fünf Monate verflogen! Wie wurde doch unser Glaube gestärkt und unser Verständnis bereichert! Und wie segensreich erwies sich die mit Liebe durchgeführte, tiefgreifende Prüfung durch unsere verständnisvollen Unterweiser! Wie wurde unser Horizont durch die traute Gemeinschaft erweitert, die wir dort mit allen pflegten! Wie vertiefte sich unsere Liebe durch unser Zusammenleben als eine Neue-Welt-Familie! So kam denn die Abschlußfeier im Januar 1944 nur allzu schnell herbei.

Ja, jetzt hieß es, Gilead wieder zu verlassen, aber sein Geist sollte uns weiterhin beseelen; er sollte in uns zunehmen, und wir sollten ihn überall, wohin wir gingen, unseren Brüdern vermitteln. Nun lernten wir den Vollzeitdienst in neuer Größe und Schönheit kennen. Wir lebten in kleinen Gruppen zusammen und arbeiteten „Schulter an Schulter“, um die Verkündigung der glorreichen guten Botschaft zu fördern. Die Gruppe, zu der ich gehörte, wurde nach Perth Amboy, New Jersey, gesandt, dessen internationales Gepräge uns als Vorgeschmack dessen diente, was uns noch bevorstand. Ich schätzte die Gemeinschaft mit meiner neuen Partnerin sehr. Sie war eine Schwester in meinem Alter, Hazel Burford, deren Geschichte ihr bereits in diesen Spalten gelesen habt. In Perth Amboy wurden wir von unseren Brüdern erwartet und aufs herzlichste willkommen geheißen. Damit wir uns wohlfühlen sollten, hatten sie für uns alles so liebevoll hergerichtet, daß die Wunden, die der Abschied von Gilead verursacht hatte, bald zu heilen begannen. Sie brachten Möbel für die Wohnung zusammen, die sie uns suchen halfen (was in jenen Jahren keine Kleinigkeit war), füllten unsere Schränke mit Lebensmitteln und besorgten sogar unsere Haushaltswäsche. Die Zusammenarbeit mit der Versammlung machte uns ebenfalls Freude, denn wir konnten ein gesundes Wachstum beobachten, und wir gewannen jene Brüder so lieb, daß wir sie am liebsten in unser Auslandsgebiet mitgenommen hätten.

Im Spätsommer 1945 war es soweit. Unser Bestimmungsort war Colón in der Republik Panama. Das Besorgen der Pässe, Visa usw. war für uns etwas ganz Neues. In welche Erregung es uns versetzte! Die Gewißheit, daß sich Jehova unser in seiner Organisation immer noch bediente, entschädigte uns dafür, daß wir damals keine Aussicht hatten, wieder zurückzukehren, obwohl ich seither schon wieder zu drei Kongressen nach den Staaten zurückgekehrt bin. Welch theokratischen Empfang bereiteten uns doch die Brüder in unserem neuen Gebiet! Sie behandelten uns, wie wenn wir etwas „Besonderes“ gewesen wären, und waren so freigebig, so gut und so hilfsbereit. In dem jahrelangen Dienst in Verbindung mit ihnen haben sich ihre Aufrichtigkeit und Liebe denn auch als echt erwiesen, und wir haben uns gemeinsam darüber gefreut, zu sehen, wie die Mehrung der Theokratie in diesem Lande mit der Mehrung in den übrigen Ländern Schritt hielt und wie wir ‚den Raum unserer Zelte‘ buchstäblich weit machen mußten, denn ein Königreichssaal nach dem anderen wurde zu klein.

Jedes Gebiet hatte seinen besonderen Reiz, und überall haben wir herzergreifende, freudebringende Erfahrungen gemacht. Würde es dich nicht auch ergreifen, wenn du sehen könntest, wie Menschen, die sich aus Mangel an Unterweisung nie gesetzlich trauen ließen, sobald sie Jehovas Anforderungen kennengelernt haben, ihr Leben in Ordnung bringen und sogar ihre eigenen Kinder Zeugen ihrer legalen Trauung werden lassen? Wärest du nicht auch hoch beglückt, wenn eine Person, der du vor wenigen Jahren die Wahrheit in einer fremden Sprache bringen konntest und die dann Pionier und schließlich Sonderpionier wurde, und dann, begleitet von „Früchten“ ihrer Mühe und Arbeit, zum Landeskongreß „Göttlicher Wille“ käme und dort zu dir sagen würde: „Nun hast du schon elf Enkelkinder, die alle zur Reife gelangt sind und Jehova lobpreisen“? Würdest du dich nicht freuen, wenn jemand, der sich erst vor kurzem Gott hingegeben hat, zu dir käme und sagte: „Ich möchte ein guter Empfehlungsbrief für dich sein, deshalb bitte ich dich, mich noch mehr über Jehovas Willen zu belehren und auch darüber, wie ich ihn tun kann“? Diese Erlebnisse, die sich unzählige Male wiederholen, machen uns glücklich, und wir möchten unser Gebiet nicht mehr verlassen.

Noch etwas. Beim Verfolgen meines Lebenszieles habe ich erkennen können, welches persönliche Interesse die Gesellschaft an ihren Vollzeitdienern hat und wie sehr sie um sie besorgt ist. Das Vorrecht, in einem Missionarheim zu leben, ferner, als eine Familie zusammenzuwirken und zusammen zu leben und durch die Erfahrungen, die uns ein Kreis- und Bezirksdiener, ein Zonen- oder Zweigdiener aus ihren ausgedehnten Arbeitsfeldern erzählen, neu gestärkt zu werden: all dies wäre mir nie zuteil geworden, wenn ich nicht im Vollzeitdienst gestanden hätte. Auch im Falle einer Krankheit braucht man keine Angst zu haben, daß man gezwungen wird, den Dienst aufzugeben. Ich bin überzeugt, daß die Erlaubnis, dort zu bleiben, wo mein Herz ist, nämlich in meinem Auslandsgebiet, ein Faktor war, der wesentlich zu meiner raschen Genesung von einer schweren Krankheit beitrug, die den Aufenthalt in einem Krankenhaus und eine Operation nötig gemacht hatte.

Das vergangene Jahr — das achtundzwanzigste im Pionierdienst — war für mich das gesegnetste Jahr. Mein Sonderurlaub in Verbindung mit meinem gewöhnlichen Urlaub ermöglichte es mir, viele meiner lieben Freunde und Bekannten wieder zu besuchen, denen ich für all die Liebe, Treue, Freigebigkeit und Güte, die sie mir die Jahre hindurch erwiesen haben, selbst Liebe und Dankbarkeit schulde. Der Höhepunkt des Jahres war der große, internationale Kongreß „Göttlicher Wille“. Daß ich als Missionarin dort sein durfte und zu denen gehörte, die als „Zeichen und Wunder“ inmitten der großen Menge der ‚ersehnten Dinge der Nationen‘ kenntlich gemacht wurden (unter denen sich auch meine heute eifrige leibliche Schwester befand), und daß ich in der Wohnung einer Person Aufnahme fand, bei der ich die Freude gehabt hatte, kurz nach meiner Ankunft in Colón ein Studium zu beginnen, die dann geheiratet hatte und nach New York gezogen war und jetzt im theokratischen Dienst eifrig tätig ist, und ferner im Bewußtsein, daß ich mich bemüht habe, Gottes Willen zu tun und mehr darüber zu lernen, fühle ich mich gedrängt, in die Worte des Königs David einzustimmen: Jehova, „du hast das Jahr mit deiner Güte gekrönt“. — Ps. 65:11, NW.

Unmittelbar nach dem Kongreß kehrte ich nach Panama zurück, und als das Flugzeug sanft zur Landung ansetzte, dankte ich Jehova, daß ich wieder wohlbehalten an meinen liebsten Fleck auf Erden — in mein Missionargebiet — zurückkehren durfte, um mein Lebensziel weiter zu verfolgen. Wann beginnst du damit, dein Lebensziel zu verfolgen?

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