Berichtigung
Da der Artikel, betitelt „Es dämmert!“, der in der Ausgabe vom 15. August 1958 veröffentlicht wurde, bei den Lesern den Eindruck hinterlassen haben mag, daß Professor A. Köberle, Tübingen, selbst einer von den erwähnten Geistlichen ist, die zu der Ansicht gelangten, daß die Menschenseele im Tode völlig ausgelöscht ist, veröffentlichen wir hiermit einen Brief, den wir von ihm unter dem Datum des 24. Oktober 1958 erhalten haben:
„In Nr. 16: Der Wachtturm vom 15. August 1958 findet sich der Beitrag: Es dämmert, in dem Sie Auszüge bringen aus einem Aufsatz von mir, der in der ‚Evangelischen Welt‘ erschienen ist (10. Jahrg. Nr. 22 vom 16. 11. 1956). Ich habe in diesem Aufsatz allerdings die Anschauung referiert, die Sie als ‚Zeugen Jehovas‘ vertreten und der sich neuerdings einige lutherische Theologen angeschlossen haben. Ich habe aber in meinem Beitrag keinen Zweifel darüber gelassen, daß ich diese Auffassung auf Grund von Schrift und Erfahrung eindeutig ablehne. Ich fasse noch einmal die wichtigsten Argumente, die ich dort dagegen vorgebracht habe, zusammen. Wenn Christus nach dem Zeugnis des ersten Petrusbriefs ins Totenreich hinabgestiegen ist, um den Abgeschiedenen seinen Sieg zu verkündigen, dann kann man nicht mehr behaupten, es gäbe kein Leben nach dem Tod. Nach der Offenbarung des Johannes warten die Seelen der Märtyrer unter dem Altar mit Spannung und Ungeduld auf den Vollendungssieg Gottes. Das Alte Testament verbietet das Beschwören der Toten. Der König Saul hat es trotzdem getan mit dem Geist des Propheten Samuel, wird dafür jedoch ausdrücklich verurteilt. Dazu kommen die zahllosen Missionserfahrungen aus der Welt des Heidentums und auch des Okkultismus, wie Besessenheit oder Spukerscheinungen damit unmittelbar zusammenhängen, daß sich unruhvolle, abgeschiedene Seelen in einem Menschenleben oder -haus einnisten.“