‚Christliches Afrika — heidnisches Amerika‘
● Es war einmal, da sahen die Amerikaner sozusagen alle Afrikaner als Heiden an. Anscheinend ist nun die Zeit gekommen, da die Afrikaner die Amerikaner als Heiden ansehen. Gemäß dem Prediger Roger Coon mag es sein, daß ein „christliches Afrika“ bald Missionare hersendet, um ein „heidnisches Amerika“ zu bekehren. Als der Prediger Coon in Portland, Maine, einen Dampfer bestieg, um nach Nigeria zurückzukehren, sagte er: „Viele der grotesk anmutenden, überlangen Schmuckstücke, die von den Ohren, Nasen und Armen der überzivilisierten Amerikanerinnen herabhängen, übertreffen noch den Schmuck der afrikanischen Heiden.“ Etwas vom Rhythmus, der aus den Musikautomaten kreischt, so fügte er bei, scheine dem nervösen Schlag der Dschungeltrommeln angepaßt zu sein. „Ich glaube“, so erklärte der Kleriker Coon, „daß ein Schuljunge in Westafrika im Durchschnitt mehr von der Bibel weiß als sein Gegenstück in Amerika“. — Aberdeen, Schottland, Evening Express, 13. Oktober 1955.