‚Was du säst, wirst du ernten‘
IN DER Tribune vom 7. Dezember 1953, die in Des Moines, Iowa (USA), herausgegeben wird, sind einige Ergebnisse einer Umfrage veröffentlicht worden, die unter Geistlichen angestellt wurde und ihre schwierigsten Probleme aufzeigt. Unter anderem lauteten die Antworten: „Geistige Schläfrigkeit der Gemeinde.“ „Unentschiedenheit.“ „Gleichgültigkeit gegenüber der Kirchenarbeit.“ „Laues Christentum, das Probleme aller Arten mit sich bringt.“ „Kirchgänger dazu bewegen, persönliche Evangelisation zu betreiben. Sie sind zu schüchtern oder furchtsam.“ „Je größer die Kirche, je weniger Eifer und Tätigkeit werden gewöhnlich gezeigt.“ Dazu noch viele andere Kommentare.
Unter der Überschrift „Kirchen versäumen, ihre Vorsätze zu erfüllen“ berichtete The Daily Times Herald vom 3. Februar 1954, der in Dallas, Texas (USA), erscheint, von den Ausführungen des Präsidenten der Universität in Boston, Harold C. Case, der während der 19. jährlichen Predigerwoche der Universität der südlichen Methodisten sprach. Mr. Case warnte Geistliche, von der Entwicklung ihrer Kirche als Institution so fasziniert zu werden, daß sie ihren wirklichen Zweck übersehen. „Ausgaben erhalten vielleicht mehr Aufmerksamkeit als die Bibel, und Wetteifer für ‚einen Platz in der Sonne‘ mag vielleicht fesselnder sein als Zusammenarbeit oder Herbeiführung der Verhältnisse des Königreiches Gottes auf Erden.“ Er erklärte ferner, ‚die Leute erwarteten schon nichts anderes mehr von Geistlichen, als daß sie religiös seien und große Worte in den Mund nehmen, ohne sich aber selbst zu prüfen. Prediger verlieren manchmal ihre Aufgabe aus dem Auge, weil ihr Interesse auf Gehälter, Positionen und Beförderungen gerichtet ist.‘
Kann es sein, daß es eine Beziehung wie bei Ursache und Wirkung zwischen dem Interesse der Geistlichen und solchen Dingen wie Gehältern, Positionen, Beförderungen einerseits und der Gleichgültigkeit, Schläfrigkeit, Unentschiedenheit und Lauheit der Kirchgänger andrerseits gibt? Kann es sein, daß dieselben Geistlichen, die über den Zustand ihrer Herde klagen und ihre Ausgaben mehr beachten als ihre Bibeln, in ihrer Gemeinde nur das Spiegelbild von sich selbst sehen und somit nur das ernten, was sie gesät haben? — Galater 6:7.