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Der Wachtturm verkündet Jehovas Königreich 1954
w54 1. 7. S. 387-388

Glaube im Schützengraben ist kein wahrer Glaube

DER Höchste und Schöpfer des Universums hat uns eine feste Grundlage für den Glauben an ihn gegeben. Überall sehen wir in der Natur, in der lebendigen und nichtlebendigen Schöpfung, in den Sternen und im Weltall, daß Gott wirklich existiert. Das wird auch durch das Teleskop und Mikroskop unbeirrbar und klarstens bewiesen. In seinem Wort, der Bibel, offenbart er noch klarer nicht nur seine Eigenschaften der Liebe, Gerechtigkeit, Weisheit und Macht, sondern auch seinen Namen Jehova, sein Vorhaben der Rechtfertigung seiner Oberhoheit durch sein Königreich und das, was er von uns verlangt.

Was Jehova hauptsächlich von uns fordert, ist Glaube an ihn. „Ohne Glauben aber ist es unmöglich, sein Wohlgefallen zu erlangen, denn wer Gott naht, muß glauben, daß er ist, und daß er denen, die ihn ernstlich suchen, zum Belohner wird.“ (Heb. 11:6, NW) Was bedeutet es, Glauben zu haben? Am 7. Februar 1954 hörte bzw. sah man den Präsidenten der Vereinigten Staaten im Radio und auf dem Fernsehschirm in einem Programm mit dem Titel „Zurück zu Gott“, das durch Kriegsveteranen finanziert wurde. In seinen Kommentaren betonte Präsident Eisenhower, wie wichtig der Glaube sei, und sagte u. a.: „Es wirkt auf mich nicht befremdend, daß ehemalige Soldaten eine solche Idee unterstützen. In der Schlacht werden sie mit einer großen Wahrheit vertraut: in den Schützengräben gibt es keine Gottesleugner. Sie wissen, daß sie sich in der Zeit der Prüfung und Bewährung instinktiv an Gott wenden, um neuen Mut und Herzensfrieden zu erlangen.“

Ob kommunistische Truppen Rußlands, des kommunistischen China und anderer gottloser Länder aufhören, Atheisten zu sein, wenn sie in Schützengräben gehen, kann wohl nicht dogmatisch erklärt werden. Aber man kann es noch stärker in Frage ziehen, daß es Glaube sein soll, wenn sich jemand im Schützengraben „instinktiv“ an Gott wendet! Was tut jener Gläubige, wenn er von der Front wieder in die Heimat kommt? Hat die Welt mehr und bessere Christen nach den Kriegen? Oder sieht es nicht danach aus, als ob ein Ertrinkender nach einem Strohhalm greift? Er hat keinen Glauben an den Strohhalm, sondern in seiner Verzweiflung greift er nach ihm, weil keine andere Hilfe vorhanden ist.

Soldaten, die in ihrem ganzen Leben, ob in Zivil oder in Uniform, für Gott wenig übrig haben, können bestimmt nicht behaupten, Glauben zu üben, indem sie sich an Gott um Hilfe wenden, wenn sie unter dem Feuer des Feindes liegen. Darum gibt es auch keinen Beweis, daß Gott die Gebete beantwortet, die unter solchen Umständen gesprochen werden. Um einen anderen Vergleich zu gebrauchen: Jehova bezweckt nicht, daß Glaube nur ein bequemer Weg aus dem Feuer sei, den man in Notfällen einschlägt, wenn man keinen anderen Weg des Entrinnens findet.

Ja, in Wahrheit hat Gott wiederholt gezeigt, daß er für eine solche Art Glauben nichts übrig hat. Als die Israeliten abfielen und dadurch viele von ihnen in Gefangenschaft kamen, riefen sie Gott an, er möge sie befreien. Sie waren auch in einem „Schützengraben“, wie es schien. Aber hörte er, als sie ihn anriefen? Keineswegs! Beachte, was er ihnen durch seinen Propheten sagte: „Geht hin und schreit um Hilfe zu den Göttern, die ihr euch erwählt habt: die mögen euch helfen, wenn ihr in Not seid!“ (Richt. 10:14, Me) Derselbe Gedanke wird durch den Weisen in Sprüche 1:28-30 hervorgehoben.

Zweifellos ist der Glaube, der Gottes Wohlgefallen findet, nicht jene Art, die sich nur in Zeiten der Not offenbart. Es ist kein rechter Glaube, nur in der Not oder wenn man von Gott Hilfe braucht ein Christ zu sein. Wir beweisen unseren Glauben durch unsere Werke, nicht durch unsere bloßen Worte, und auch Gebete sind im besten Falle nur Worte. Wir müssen Werke zeigen, die mit Gottes gerechten Anforderungen in Harmonie sind. Unsere Eigenart müssen wir zum Beispiel durch die Wahrheit umgestalten. Wir müssen uns auch von der Welt unbefleckt erhalten. (Eph. 4:22; Jak. 4:4) Und besonders als Christen müssen wir die Werke tun, um derentwillen Jesus zur Hauptsache auf die Erde kam: dem Namen Jehovas Ehre eintragen, der Wahrheit Zeugnis geben. Für die Neuzeit bedeutet dies, das Evangelium von Gottes aufgerichtetem Königreich zu predigen. — Joh. 17:4; 18:37; Matth. 24:14.

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