Der Menschheit grösster Führer
TAUSENDE von Jahren sind die Menschen auf der Suche nach Befreiung menschlichen Führern gefolgt. Jehova Gott schlug den Ton wirklicher Befreiung in Eden an. Nachdem die Menschheit in Sünde und Tod verfiel, wies Gott auf einen Samen hin, der aus dem Schosse seiner Organisation hervorkommen und Gerechtigkeit, Friede und Leben wiederherstellen soll. (1. Mose 3:15) Mittlerweile haben Politik, Militarismus und Wissenschaft die Welt mit Kämpfern und Helden erfüllt, denen zur Zeit, da sie lebten, zugejubelt und deren Andenken nach ihrem Tode jedes Jahr an ihrem Jahrestage gefeiert wurde.
Doch trotz all dem Ruhm, welchen Menschen ihren grossen Männern zollen, bleibt die biblische Regel bestehen: „Vertrauet nicht auf Fürsten [grosse Männer, Mo], auf einen Menschensohn, bei welchem keine Rettung ist! Sein Geist geht aus, er kehrt wieder zu seiner Erde: an selbigem Tage gehen seine Pläne zu Grunde.“ — Ps. 146:3, 4.
Einigen der unwürdigsten Menschen ist nach ihrem Tode Ruhm gezollt worden. Nimrod, der erste König der Menschen, wurde nach seinem Tode wie ein Gott verehrt, obwohl er zu seinen Lebzeiten ein mutwilliger Blutvergiesser war. Er schmähte den wahren Gott und ermutigte zur Anbetung des Staates. Trotz der Behauptung, der verheissene Same der Befreiung zu sein, führte er jene, welche Geschöpfe anbeteten, nur in die Sklaverei. — 1. Mose 10:8-10.
Wenn zu Ehren solch „grosser Männer“ Feiertage eingesetzt werden, wie schal und leer sind dann oft die üblichen Feierlichkeiten derselben! Gewöhnlich ist es eine Gelegenheit zu allgemeiner lärmender Ausschweifung. Jener, dessen Geburt den Vorwand zu solchen Lustbarkeiten bietet, kann die Lärmmacher nicht hören, und wenn er zu seinen Lebzeiten ein ehrenhafter Mensch war, würde er solches wahrscheinlich gar nicht begehren. Es ist schlimmer als zur Zeit, da die ehemaligen Priester Baals sich ins Fleisch schnitten und den ganzen Tag wehklagten, um zu veranlassen, dass ihr „Gott“ sie höre, als Elia ihren Bluff auf die Probe stellte. Mindestens gaben sie zu, dass sie heidnisch waren! — 1. Kön. 18:20-40.
Doch weshalb von diesen Dingen sprechen? Weil die ganze Christenheit eine grosse Schaustellung aus der Feier der Geburt Jesu Christi, des mächtigen ‚Zeugen, Führers und Gebieters des Volkes‘, macht. (Jes. 55:4) Sicherlich verneinen wir nicht, dass der Mensch diesem einzig wahren grossen Führer, der ihm je gegeben wurde, Anerkennung schuldet. Es ist ausser Frage, dass Jesus jedem Erfordernis eines Führers vollkommen entspricht. Seinen unbezwingbaren militärischen Heldenmut wird er dadurch kundtun, dass er den Teufel besiegt und in der „Schlacht jenes grossen Tages Gottes des Allmächtigen“, in Harmagedon, zermalmt. (Off. 16:14, 16) Dann wird die Regierung dieses „Friedefürsten“ die gesegnetste und friedsamste Herrschaft einführen, die je bekannt war, und dies unter Verhältnissen der Zufriedenheit und Wohlfahrt. (Jes. 9:6, 7; Micha 4:1-5) Und kein Wissenschaftler oder Arzt, der je lebte, hat auch nur annähernd dem entsprochen, was Christus der Menschheit gegeben hat. Statt auf seine Untertanen die Last von Sünde und Tod zu legen, ist durch sein Leben ein Lösegeld beschafft worden, damit „jeder, der an ihn glaubt, nicht vernichtet werde, sondern ewiges Leben habe“. (Joh. 3:16, NW) Ausserdem ist unter seiner Herrschaft Leben verheissen, um das Geschlecht zur Vollkommenheit emporzuheben.
Angesichts dieser Tatsachen sollte aber klar sein, dass keine ‚Messe für Christus‘ oder „Christmette“ für diesen grossen Führer nötig ist. Diese Überzeugung vertieft sich, wenn man beachtet, dass die Bibel nirgends darüber berichtet, dass Jesus selbst oder seine Jünger seine Geburt gefeiert hätten. Auch spricht die Bibel nicht ausdrücklicher über den genauen Tag, da sie sich ereignete, sondern zeigt nur an, dass sie im frühen Herbst, um den 1. Oktober herum, stattgefunden haben muss. Woher also das Datum des 25. Dezember? Protestanten griffen es von den Katholiken auf, die es sich von den heidnischen Religionen angeeignet hatten, deren es im Römischen Reich im vierten Jahrhundert so viele gab. Die ehemaligen heidnischen Völker ihrerseits hatten es seit der Zeit der ersten Babylonier gefeiert, die an jenem Tage jährlich die Geburt Nimrods feierten!
Und ebenso verkehrt wie das Datum ist alles damit Verbundene. Durch das Verbrennen des heidnischen Julblocks wurde am 24. Dezember ehedem der Tod Nimrods gefeiert. Dann, am 25., veranschaulichte die Gegenwart eines immergrünen Baumes den Glauben seiner Anbeter, dass der „Gott Nimrod“ in eine göttliche oder unsterbliche Person verwandelt worden sei. Ausserdem ist die Christenheit, während sie für ihren angeblichen Führer bis zum Überfliessen mit solch heidnischem Lippendienst erfüllt ist, doch all der Tugenden bar, die von seinen wahren Nachfolgern gefordert werden.
Jesus hielt sich an das Prinzip der einen wahren Anbetung und brandmarkte alle andern falschen Wege, die in die Vernichtung führen. Aber die Einheit der Christenheit wird allein in den Vereinigten Staaten durch nicht weniger als 265 Sekten zerteilt. Jesus verurteilte die Heuchelei der Geistlichkeit, die aus den Taten öffentlicher Wohltätigkeit und aus lauten Gebeten Kapital schlug. Die Vorliebe der Geistlichkeit dieser Welt für auffallende Schlagzeilen in der Presse zum Lobe ihrer Wohltätigkeit und ihrer Gebete bei öffentlichen Zeremonien, wo Politiker die Bibel küssen und sie den Segen dazu spenden — all dies ist wohlbekannt.
Wahrlich, die Christenheit ist wie eine leere Hülse der Eitelkeit und des Heidentums. Wenn sie an denselben Feiertagen und auf dieselbe Weise wie die Heiden der alten Zeit ihre Götter anruft, sind die Ergebnisse naturgemäss dieselben. Die Götter, wofür solche Feiern ursprünglich eingeführt wurden, können keine Antwort geben. Somit ist Nimrod für immer tot, und dies trotz all der immergrünen Bäume des Altertums und derer, die am 25. Dezember aufgestellt werden. Die Dämonen halten die Lobpreisung für Gott auf und fahren fort, die Nationen Harmagedon entgegenzuführen.
Wahre Christen suchen ihre Lippen zu intelligenter Lobpreisung Jehovas, des wahren und allmächtigen Gottes, und seines Sohnes zu gebrauchen. (Heb. 13:15) Dass sie dies durch das Predigen der guten Botschaft seines Königreiches tun, hilft mehr und mehr Personen, den Sinn des Friedens wertzuschätzen, den er „Menschen guten Willens“ brachte, sowie die Segnungen, welche dieser Erde unter seiner Herrschaft bevorstehen. (Luk. 2:14, NW) Sie machen seinen Gott zu ihrem Gott und sein Königreich zu ihrer Hoffnung. Wie erhebend! Welch ein wahrhaft grosser Führer und Gebieter er doch ist!