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  • Ein Besuch in Vietnams Bucht des herabsteigenden Drachen
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Erwachet! 1999
g99 22. 5. S. 16-17

Ein Besuch in Vietnams Bucht des herabsteigenden Drachen

AN EINEM schwülen Morgen in Hanoi nahmen wir einen Bus und fuhren gut 160 Kilometer ostwärts zu einem der schönsten Fleckchen Natur in Vietnam, nämlich zur weltberühmten Ha-Long-Bucht — die Bucht des herabsteigenden Drachen. Wir hatten schon viel über die atemberaubende Schönheit der Bucht gehört, und jetzt würden wir sie uns endlich mit eigenen Augen ansehen können.

Mittags hielt der Bus am Rande der Bucht. Aber unser Ziel war damit noch nicht ganz erreicht. Die Ha-Long-Bucht ist nicht nur für ihr smaragdgrünes Wasser berühmt, sondern auch für die ursprüngliche Schönheit der 3 000 Inseln, die über 1 500 Quadratkilometer verstreut liegen. Da jede Insel einzigartig ist, wollten wir gern mehrere sehen. Daher bestiegen wir ein Boot und waren schon bald mitten in einem unvergeßlichen Abenteuer.

Wir waren etwa eine Stunde gesegelt, als wir in eine idyllische Bucht kamen, die von kleinen Inseln umgeben war. Der Bootsführer warf den Anker aus. Zeit für ein erfrischendes Bad in dem kühlen jadegrünen Wasser! Unser Herumspritzen lockte schnell eine Gruppe neugieriger Kinder an, die mit ihren kleinen Booten auf uns zugepaddelt kamen. Die Kinder und ihre Eltern wohnen in der Bucht auf Wohnschiffen, den Dschunken.

Wie sich der Leser vielleicht schon gedacht hat, sind die Bewohner der Ha-Long-Bucht Fischer. Was wohl eher überrascht, ist, daß die Fischer außerdem ein Kunsthandwerk betreiben, das im Aussterben begriffen ist — das Segelmachen. In Michael Buckleys Moon Travel Handbook on Vietnam heißt es: „Halong ist einer der letzten Plätze, an denen Dschunkensegel noch in Handarbeit von Segelmacherfamilien hergestellt werden. Tuchstücke aus grober Baumwolle werden Stich für Stich mit Seidenfäden von Hand zusammengenäht. Um Moder und Stockflecken vorzubeugen, wird das fertige Segel in eine Flüssigkeit getaucht. Sie wird aus einer Pflanze der Familie der Jamswurzeln gewonnen, die der roten Bete ähnelt. Das Segel wird drei- bis viermal hintereinander in diese Flüssigkeit getaucht und wieder getrocknet — ein Verfahren, durch das das Segel seine dunkle, rötliche Farbe erhält.“

Wie ist es denn zu dem Namen „Bucht des herabsteigenden Drachen“ gekommen? Wir haben auf unserer Reise keinen einzigen Drachen entdeckt! Gemäß einer Legende, so erfuhren wir, wurden die Inseln der Ha-Long-Bucht von einem großen Drachen geschaffen, der in den Bergen lebte. In dem Werk The Lonely Planet Guidebook on Vietnam wird erklärt: „Während ... [der Drache] in Richtung Küste eilte, riß er mit dem wild schlagenden Schwanz Täler und Klüfte ins Land. Als er im Meer versank, füllten sich die Furchen, die seine Schwanzschläge hinterlassen hatten, mit Wasser, und nur noch die Felsspitzen ragten aus dem Wasser heraus.“

Natürlich waren die „Ungeheuer“ in Wirklichkeit der Wind und das Wasser, durch die diese Inseln die verschiedensten Formen und Größen bekommen haben. Mit ein bißchen Phantasie erkennt man zum Beispiel, daß die Insel Hon Ga Choi (Insel der kämpfenden Hähne) wie zwei Hähne aussieht, die miteinander kämpfen.

Bei Einbruch der Dunkelheit waren wir wieder am Anlegeplatz und freuten uns schon auf die Entdeckungen, die der nächste Tag bringen würde. Am nächsten Morgen fuhren wir nach dem Frühstück mit einem Segelboot los, um uns einige der Grotten in der Umgebung näher anzusehen. Nebelschwaden hüllten die Bucht ein, wodurch allem eine geheimnisvolle Schönheit verliehen wurde. Wir sahen uns verschiedene Höhlen an. Eine davon heißt Hang Dau Go — die Grotte der hölzernen Pfähle. Sie besteht aus drei Kammern, die durch 90 Stufen verbunden sind. Wie ist diese Höhle zu ihrem Namen gekommen? The Lonely Planet Guidebook on Vietnam schreibt dazu: „Die Höhle leitet ihren vietnamesischen Namen von der dritten Kammer ab, in der während des 13. Jahrhunderts die spitzen Bambuspfähle gelagert worden sein sollen, die [der vietnamesische Kriegsheld] Tran Hung Dao in das Flußbett des Bach-Dang-Flusses rammte, um den Einfall des Kublai Khan zu vereiteln.“

Wir kletterten zur Höhle hinauf, drehten uns um und ließen die Landschaft unter uns auf uns wirken. Was wir sahen, war wirklich atemberaubend. Schnell die Kamera herausgeholt! Die Stalaktiten der Höhle als Vordergrund und unser in der türkisgrünen Bucht dümpelndes Boot als Hintergrund, das waren die Voraussetzungen für eine perfekte Fotografie. Die Ha-Long-Bucht ist ein echtes Paradies für jeden Fotografen und der Traum eines jeden Künstlers.

Später am Tag bestiegen wir ein kleines Motorboot, um uns eine große Insel aus der Nähe anzusehen. Plötzlich war es rings um uns herum völlig dunkel. Es war, als hätte uns der Felsen komplett verschluckt. Wir fuhren nämlich gerade durch eine Höhle hindurch. Doch dauerte es nicht lange, und wir waren auf der anderen Seite angelangt. Zu unserem Erstaunen fanden wir uns auf einem großen See wieder. Um den See herum erhoben sich hohe Wände aus Kalkstein. Sie waren dicht mit Pflanzen bewachsen. Der Bootsführer stellte den Motor ab. Nur der Ruf der Vögel unterbrach die Stille. An diesen friedlichen Augenblick werden wir noch lange zurückdenken.

Ehe man sich’s versah, war es auch schon wieder Zeit für die Rückfahrt nach Hanoi. Unser Ausflug hätte eigentlich länger dauern dürfen. Wir konnten allerdings viele schöne Eindrücke mitnehmen — Erinnerungen an zerklüftete Felsspitzen, kreuzende Dschunken und besonders an die Ha-Long-Bucht. Sie ist nur e i n Beispiel dafür, wie schön Vietnam ist.

Gern werden wir uns in diesem schönen Land auch noch andere interessante Gegenden ansehen. Wir danken dem Schöpfer, Jehova Gott, dafür, daß er für eine derart vielfältige Schönheit in der Schöpfung gesorgt hat, und für sein Versprechen, daß die ganze Erde einmal ein so unberührter Lebensraum sein wird wie die Ha-Long-Bucht. (Eingesandt.)

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