Missionare in 7 Länder ausgesandt
Wärst du gern dabeigewesen? Hättest du gern die Abschlußfeier von 26 glücklichen Studenten der 3. Klasse der Gileadschule in Deutschland, die am Sonntag, dem 16. Dezember 1984, in den beiden schönen Königreichssälen in Selters stattfand, miterleben wollen? Für die 912 Anwesenden war es eine Freude, das Ereignis miterlebt zu haben.
Pünktlich um 10 Uhr leitete Werner Rudtke als Vorsitzender und Glied des deutschen Zweigkomitees das Programm mit dem Lied Nr. 28 ein. Nach dem Gebet, das Günter Künz sprach, wurden vom Vorsitzenden die zahlreichen Grüße und guten Wünsche von nah und fern vorgelesen. Viele Missionare der 1. und 2. Klasse, die vor etwa 3 Jahren die Schule absolviert hatten, dachten an ihre Schulzeit und sandten aus ihrem Missionargebiet ermutigende Worte an die neuen Missionare. Werner Rudtke sagte den Missionaren: „Wir leben für das Königreichswerk. Das ist der Sinn und Inhalt unseres Lebens. Alle anderen Dinge sind untergeordnet.“
Als besonderen Höhepunkt dieser Abschlußfeier erwarteten die Anwesenden die Ansprachen von zwei Gliedern der leitenden Körperschaft. Doch zunächst kamen die beiden Unterweiser, Dietrich Förster und Lothar Kaemmer, zu Wort. Zum letzten Mal gaben die Unterweiser der Klasse guten biblischen und praktischen Rat. Dietrich Förster sprach über das Thema: „Verwende deine Erkenntnis stets zum Wohl anderer“. So, wie Jehova Gott und sein Sohn Jesus Christus ihr Wissen und ihre Erkenntnis stets zum Wohl intelligenter Geschöpfe anwenden, sollten es auch die künftigen Missionare tun. Jesus fürchtete nicht den „Kulturschock“, den er erleben würde, wenn er seine himmlische Stellung aufgäbe, um auf der Erde ein Missionar, ein Lehrer der Wahrheit, zu sein. „Was hätte er Besseres tun können?“ fragte der Redner. Noch lange werden die Studenten an die Worte denken: „Ihr habt als Missionare vor dem Ende dieses bösen Systems der Dinge die wichtigste und ehrenvollste Zuteilung erhalten, die es auf der ganzen Erde gibt! Seid ihr euch dieser Tatsache bewußt?“ Lothar Kaemmer betonte anschließend den Unterschied zwischen der Vorstellung, die viele Menschen von der Aufgabe eines Missionars haben, und der Vorstellung, die Gott von Missionaren hat. Jehova sucht weder Sozialhelfer für Krankenhäuser noch Missionare, die Reis-Christen machen, sondern Menschen, die anderen helfen, aus edlen Motiven seine wahren Anbeter zu werden. In Verbindung mit seinem Thema „Mitfühlend wie unser Gott“ stellte der Redner den Studenten die Frage, ob auch sie mitfühlend sein werden wie Gott, mitfühlend wie Jesus. Er ermahnte sie, als Missionare immer die richtige „Schuhgröße“ zu haben, damit sie anderen im Missionarheim nicht „auf die Füße treten“ würden, sondern ihnen für ihre Tätigkeit genügend Raum ließen. Abschließend sagte er: „Ihr habt eure Sache gut gemacht. Jetzt beginnt die Schule des Lebens.“
Theodore Jaracz freute sich sehr über die Gelegenheit, als Glied der leitenden Körperschaft zu den Studenten zu sprechen. Er stellte ihnen die Frage: „Wo ist dein Herz?“ Dann hob er hervor, wie wichtig es sei, Schätze im Himmel aufzuhäufen, da dies in der Zukunft gute Ergebnisse hervorbrächte. Dabei spielten die folgenden drei Dinge eine besondere Rolle: 1. das Königreich Jehovas unter der Herrschaft seines Sohnes Jesus Christus, 2. Erkenntnis, Weisheit und Verständnis und 3. der Predigtdienst als Teil des Willens Gottes. „Ist euer Herz darauf gerichtet?“ fragte Bruder Jaracz. Er fügte hinzu: „Wir kennen die Antwort. Euer Herz ist auf geistige Dinge gerichtet. Der Beweis: Ihr seid hier.“
Nachdem die Studenten durch den Vorsitzenden ihre Diplome erhalten hatten und Egon Peter, ebenfalls ein Glied des Zweigkomitees in Deutschland, ein verkürztes Wachtturm-Studium durchgeführt hatte, bei dem die neuen Missionare die Antworten gaben, kam Martin Pötzinger zu Wort, der 1958 auch die Gileadschule besuchte und nun ein Glied der leitenden Körperschaft ist. Mit viel Temperament fragte er insbesondere die neuen Missionare: „Wem schenkst du dein Vertrauen?“ (Sprüche 3:5, 6). Sein Erfahrungsschatz, den er im europäischen Raum bei der Erfüllung der verschiedensten Aufgaben in fremdsprachigen Gebieten und während seiner langjährigen Haft in den Konzentrationslagern Hitlers gesammelt hatte, reichte aus, um mit Überzeugung sagen zu können: „Vertraue auf Jehova mit deinem ganzen Herzen, und verlasse dich nicht auf deinen Verstand! Vertraue auf den Sohn Gottes, auf Jehovas Wort und auf die liebevolle Leitung der Organisation Jehovas auf der Erde. Vertraue aber auch deinen Brüdern und Schwestern.“
Bruder Richard Kelsey schloß die großartige Zusammenkunft mit einem zu Herzen gehenden Gebet ab. Doch in den Königreichssälen und den angrenzenden Räumen war noch lange emsiges Treiben zu beobachten. Die „frischgebackenen“ Missionare erzählten, was sie inzwischen über ihre Gebietszuteilungen herausgefunden hatten — über Bolivien, Brasilien, Honduras, Island, Papua-Neuguinea, Uganda und Zaire. Da das Durchschnittsalter der Studenten dieser Klasse etwa 28 Jahre betrug und alle im Durchschnitt auch schon länger als 8 Jahre im Vollzeitdienst gestanden haben, müssen sie daher sofort nach ihrer Schul- bzw. Berufsausbildung den Vollzeitdienst aufgenommen haben. Ihre Eltern haben sicher einen großen erzieherischen Einfluß auf den Entschluß, Missionar zu werden, ausgeübt. Darum waren auch die christlichen Eltern der Missionare allen Anwesenden ein hervorragendes Beispiel für Loyalität. Noch lange wird man an diesen theokratischen Höhepunkt in Selters zurückdenken.
[Bild auf Seite 28]
Wachtturm-Bibelschule Gilead, Außenstelle Selters, 3. Gileadklasse, Dezember 1984
In der nachstehenden Liste sind die Reihen des Gruppenbildes von vorn nach hinten numeriert, und die einzelnen Namen werden von links nach rechts angegeben.
(1) Hampel, Christa; Beiwl, Silvia; Maggi, Mirjam; Kiewitz, Ellen; (2) Rüfenacht, Charles; Rüfenacht, Annerös; Krug, Michael; Kirchner, Kristina; Kirchner, Johannes; (3) May, Eduard; May, Pamela; Schneeweiss, Walter; Lücking, Andreas; Lücking, Sabine; Kühnel, Franz; (4) Reiss, Michael; Mohrhard, Jürgen; Siegentaler, Doris; Stampfer, Margit; Jung, Michael; (5) Schmidt, Dietmar; Schmidt, Sabine; Imhäuser, Micha; Imhäuser, Jannie; Adam, Manfred; Abramow, Peter