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Erwachet! 1982
g82 22. 5. S. 3-4

Wird es je wahren Frieden geben?

Vom „Awake!“-Korrespondenten in Japan

MICHIKO war noch jung, aber schon Witwe, als sie über Rundfunk eine Nachricht hörte, die sie wie ein Blitz traf. Es war die Stimme des Kaisers. Er sagte, der Krieg sei für Japan verloren und man habe bedingungslos kapituliert.

Als sie den ersten Schock überwunden hatte, wurde sie zornig. „Warum?“ fragte sie sich. „Warum kapitulieren? Warum nicht weiterkämpfen bis zum bitteren Ende, bis wir alle, auch ich, tot sind?“

Ihre Bitterkeit war verständlich. Ihr Mann war im Krieg gefallen. Er hatte einrücken müssen, als sie mit ihrem einwöchigen Baby noch im Krankenhaus lag. Das Foto, das an der Wand hing, war alles, was der Sohn je von seinem Vater sehen würde. Sie erinnerte sich auch deutlich an die Nacht, in der die amerikanischen Bomber Tokio angriffen und ihre Familie Hab und Gut verlor.

Michiko entsann sich noch gut, daß das japanische Volk aufgefordert worden war, die Kriegsanstrengungen ganzherzig zu unterstützen. „Und jetzt sagen sie, wir hätten den Krieg verloren. Wo ist der ,Kamikaze‘?a Was war mit den japanischen Streitkräften los? Bisher waren sie doch stets siegreich gewesen. Wo blieb ihre stolze Tradition, nach der Japan niemals kapitulierte?“ Diese und andere ähnliche Gedanken beschäftigten Michiko.

Inzwischen sind 36 Jahre vergangen. Für Japan waren es Jahre des Friedens und eines gewissen Wohlstandes. Michiko hat von den Kriegsjahren etwas Abstand gewonnen und versteht heute besser, wie es damals zur Niederlage kam. Sie weiß, daß der Krieg viele unnütze Opfer an Menschenleben gefordert, den Fortschritt behindert und das Land verwüstet hat. Nach dem Krieg wurde berichtet, daß allein beiden Luftangriffen 668 000 Zivilpersonen umgekommen waren. Die meisten Großstädte lagen in Trümmern. Die Japaner waren angespornt worden, für Kaiser und Vaterland zu kämpfen. Aber über die Kampfziele hatten sie recht unklare Vorstellungen. Michiko erkennt heute, daß es den Politikern gelungen war, die Menschen mit Hilfe der Religion dazu zu bringen, den Krieg blindgläubig, hartnäckig und entschlossen zu unterstützen. Sie erzählt, wie furchtbar es sei, wenn die Kinder schon von den ersten Schuljahren an zum Nationalismus erzogen würden.

Noch immer werden in der Welt schreckliche Kriege geführt, und die Arsenale sind mit grauenvollen Waffen gefüllt! Das wirkt sich auch auf Japan und seine Wirtschaft aus. Japan wird jetzt mit der Forderung bedrängt aufzurüsten. Wird der Artikel der neuen Verfassung, in dem Japan auf das Führen von Kriegen verzichtet, gestrichen werden? Wird es wieder einen Krieg geben, vielleicht sogar einen Atomkrieg? Viele halten das für sehr gut möglich, da die Großmächte Zehntausende von Kernwaffen besitzen. Warum gelingt es nicht, den Weltfrieden herbeizuführen? Michiko fragt: „Ist der Mensch unfähig, Frieden zu halten?“

[Fußnote]

a „Kamikaze“ bedeutet buchstäblich „göttlicher Wind“. Der Ausdruck stammt aus der Zeit, als die Mongolen (1281) Japan erobern wollten; doch nach einigen Gefechten zerstörte ein Taifun den größten Teil ihrer Flotte, was die Japaner in dem Glauben bestärkte, ihr Land werde von Gott beschützt.

[Bild auf Seite 3]

Ruine im Zentrum der Atombombenexplosion in Hiroschima

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