Sie fanden mehr Zeit
GEMÄSS der Überzeugung mancher Leute kommt, wie die Bibel sagt, jemandes „Leben nicht aus den Dingen, die er besitzt“ (Luk. 12:15). Viele von ihnen wissen aus Erfahrung, daß der Alltag ihnen mehr Freude bringt und sie weitaus mehr befriedigt, wenn sie ihre Zeit weniger dem Geldverdienen widmen und dafür mehr ihrer Familie und geistigen Belangen.
Charles war Lehrer. Er hatte jahrelang in amerikanischer Geschichte unterrichtet, aber sein Beruf ging ihm auf die Nerven, da es schien, daß die Schüler mit jedem Jahr aufsässiger wurden. Zudem wollte er mehr Zeit für seine Frau, seinen Sohn und seine bejahrte Mutter sowie für andere Zwecke haben. Seine Entscheidung? Er gab den Lehrberuf auf und nahm eine Stelle als Fahrer eines Schulbusses an, um seine Zeit so einteilen zu können, wie er wollte. Er mußte Umstellungen vornehmen, aber ihm war die hinzugewonnene Zeit den Preis wert.
Sam war eine geschätzte Kraft in einer Druckerei in Chicago. Sein Chef bot ihm die Stellung als Geschäftsführer an, doch Sam lehnte trotz der in Aussicht stehenden Gehaltserhöhung ab. Er wußte, daß die größere Verantwortung unweigerlich Überstunden mit sich bringen würde und daß das die Zeit beschneiden würde, die er seiner Familie und anderen Dingen widmete. Da er die Stellung als Geschäftsführer ablehnte, war es ihm später möglich, eine andere in der Firma freigewordene Stelle anzunehmen, die es ihm erlaubt, sich seine Zeit selbst einzuteilen.
Bill ist Elektriker in Greensboro (Nordkarolina, USA). Er steht ständig in der Versuchung, sein Geschäft zu vergrößern, und kämpft den „nie endenden Kampf, klein zu bleiben“. Er schätzt es, daß seine Zeit ihm gehört, daß er verhältnismäßig wenig Kopfschmerzen und Papierarbeit hat. Statt Schulden zu machen für ein großes Haus, begann Bill mit einem bescheidenen Wohnwagen und vergrößerte ihn im Laufe der Jahre, indem er Wände anbaute und ihn allmählich in ein schönes Haus verwandelte. „Ich mußte nie viel Geld ausleihen, um auf diese Weise zu bauen“, sagte er, „und ich hatte ein Hobby. Während ich am Haus arbeitete, lernte ich immer etwas dazu. Ich brauchte nie meine Familie zu vernachlässigen. Im Gegenteil, durch die gemeinsame Arbeit am Haus kamen wir uns näher.“
Mike hat ein Unternehmen für Gartenbau und Landschaftsgestaltung in Washington (D. C.). „Ich muß viele Aufträge ablehnen“, erklärte er. Doch er fügte hinzu: „Mir ist es die Sache wert. Ich schätze meinen Herzensfrieden. Das ist eine Branche, in der man sieben Tage in der Woche arbeiten könnte. Es mangelt nicht an Arbeit. Doch ich arbeite gewöhnlich nur etwa drei Tage in der Woche, und so haben meine Frau und ich mehr Zeit, uns gemeinsam mit Dingen zu beschäftigen, die für uns wichtig sind.“
In Japan heiratete ein junger Mann die Tochter seines Arbeitgebers und wurde darauf vorbereitet, Manager des Familienunternehmens, einer Firma von 300 Mitarbeitern, zu werden. Nachdem er sich überlegt hatte, welche Opfer eine solche Stellung in bezug auf sein Familienleben und sein religiöses Leben fordern würde, lehnte er das Angebot ab und bat darum, lediglich als Angestellter der Firma weiterarbeiten zu dürfen. Dadurch hat er mehr Zeit für die Dinge, die ihm wirklich wichtig sind.
Das sind nur ein paar Beispiele von Leuten, die zu dem Schluß gekommen sind, daß — ihrer eigenen Gesundheit, ihrer Familie und anderen Menschen zuliebe, denen sie erkennen helfen, was die Bibel über den wahren Sinn des Lebens sagt — Zeit wichtiger ist als Geld, eine große Karriere oder materielle Besitztümer. Keiner bereut die Entscheidung, die er getroffen hat.
Statistiken zeigen, daß sogar unter den gegenwärtigen Verhältnissen solche Leute länger leben, und sie selbst sagen, daß sie jetzt glücklicher sind als früher. Der weise König Salomo drückte das folgendermaßen aus: „Weisheit dient zum Schutz, gleichwie Geld zum Schutz dient; aber der Vorteil der Erkenntnis ist, daß Weisheit selbst ihre Besitzer am Leben erhält“ (Pred. 7:12).
Wie lange kann dich Weisheit am Leben erhalten? Länger, als du denkst.