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  • Christliche Jugend im Rampenlicht
  • Erwachet! 1977
Erwachet! 1977
g77 8. 7. S. 5-8

Christliche Jugend im Rampenlicht

DEUTSCHE, die Sonntag morgens regelmäßig fernsehen, werden sicherlich eine 45minutige Sendereihe kennen, die sich mit den Problemen der Jugend beschäftigt. Am 13. Februar dieses Jahres wurde zum Beispiel das Thema „Frühehen“ unter die Lupe genommen, und die oft vorhandenen Gefahren, Probleme und Schwierigkeiten dieser Ehen wurden besprochen. Obwohl die meisten der über 100 000 Zeugen Jehovas in Deutschland diese Sendung wahrscheinlich nicht gesehen haben, da sie normalerweise mit wichtigeren Dingen am Sonntagvormittag beschäftigt sind, war das Programm 14 Tage später, am 27. Februar, für sie von besonderem Interesse. Das Programm war schlicht betitelt: „Dörte und Thomas — zwei Zeugen Jehovas“. Fernsehsendungen, die über Jehovas Zeugen in der Vergangenheit gesendet wurden, waren oft alles andere als objektiv, denn einige haben das Werk dieser Christen direkt falsch dargestellt. Man blickte der Sendung deshalb mit gemischten Gefühlen entgegen, erwartungsvoll, aber doch gleichzeitig auch etwas skeptisch. Würde man enttäuscht sein?

Das Programm war nicht in erster Linie als Betrachtung der Zeugen Jehovas gedacht, sondern das Verhältnis der Jugend zum Glauben sollte dadurch beleuchtet werden. „Der Glaube“ oder richtigerweise „der Unglaube“ scheint unter Jugendlichen nicht nur in Deutschland, sondern auch in vielen anderen Ländern ein Problem zu sein. Der Produzent wollte durch seinen Film zeigen, daß es noch junge Leute gibt, obwohl sie in der Minderheit sind, die den Glauben ernst nehmen. Warum wurden aber ausgerechnet die Zeugen Jehovas ausgesucht, um die „christliche Jugend“ darzustellen? Gemäß statistischen Angaben kamen in der Bundesrepublik im Jahre 1975 auf jeden Zeugen Jehovas ungefähr 275 Katholiken und ungefähr die gleiche Zahl Protestanten. Daß Jehovas Zeugen trotzdem ausgewählt wurden, um die christliche Jugend darzustellen, zeigt, daß Menschen ihren Eifer, ihre hohen moralischen Maßstäbe und ihre Hingabe zur Kenntnis genommen haben.

Das Programm war wohldurchdacht und bestand aus einer Reihe von Szenen, wobei zwei junge Leute — Thomas, 20 Jahre alt, und Dörte, 19 Jahre alt — im Mittelpunkt standen. Sie wurden bei der Arbeit, bei der Entspannung und im christlichen Predigtdienst gezeigt. Der Film wirkte deshalb so natürlich und ungezwungen, weil nicht nach einem starren Drehbuch gefilmt wurde. Dem Produzenten standen nur 45 Minuten Sendezeit zur Verfügung, daher konnte er nur den 10. Teil des gesamten Filmmaterials bringen.

Da die zwei Jugendlichen nicht als Zeugen Jehovas erzogen wurden, konnte niemand behaupten, sie seien die Opfer einer Gehirnwäsche von seiten der Eltern geworden. Im Gegenteil, einige Szenen deuteten darauf hin, daß die Eltern ihre Entscheidung nicht guthießen. Der Vater von Dörte war nicht damit einverstanden, daß sie acht Wochen vor ihrer Konfirmation auf einmal sagte, sie ließe sich nicht konfirmieren. Daraufhin mußten die Eltern die Konfirmationsfeier natürlich absagen. „Wir hatten doch die Verwandtschaft schon eingeladen“, erklärte der Vater. „Ich kann mich nicht in eine Kirche einreihen lassen, wenn ich nach einem Monat wieder austrete“, erwiderte Dörte und erklärte, daß das Bibelstudium mit Jehovas Zeugen, das durchgeführt wurde, während sie gleichzeitig noch Konfirmandenunterricht nahm, sie dazu veranlaßte, diesen Schritt zugunsten der wahren Religion zu tun. „Wir haben weniger an die Kirche gedacht als an die Feier“, gab ihr Vater ehrlich zu.

Und wie kam es dazu, daß Thomas sich entschied, ein Zeuge Jehovas zu werden? Sein Freund meinte, Thomas hätte eventuell einen Ausweg darin gesehen, eine Flucht aus seinen Problemen. In dem Fall „hättest [du] genausogut Drogen nehmen können“, fügte der Freund hinzu. „Nein, das kann man wirklich nicht sagen ..., das war keine Flucht ..., [ich habe] mich mit der Frage auseinandergesetzt: Was ist der Sinn des Lebens?, und den habe ich gefunden“, erwiderte Thomas.

Der Vorteil einer Fernsehsendung im Gegensatz zu einer Radiosendung liegt darin, daß man etwas zeigen kann, ohne viel Worte machen zu müssen. Thomas und eine ältere Zeugin Jehovas wurden zweimal gesehen, als sie nebeneinander auf dem Gehweg standen und Vorübergehenden die Zeitschriften Der Wachtturm und Erwachet! anboten. Hätte man durch Worte deutlicher sagen können, daß gemeinsame Interessen Menschen helfen, den sogenannten Generationskonflikt erfolgreich zu überwinden? Man denke auch an die Szene, in der Dörte eine Reihe von Vorwürfen und Fragen über sich ergehen ließ. Wie wurden viele junge Menschen auf einen solchen Wortschwall reagieren? Wie hättest du darauf reagiert? Hättest du geschimpft, mit Beleidigungen zurückgeschlagen, Böses mit Bösem vergolten? Oder hättest du im Sinne „des stillen und milden Geistes“ gehandelt? (1. Petr. 3:4). So reagierte Dörte. Ein freundliches Lächeln kann oft viel bewirken.

Auch die richtige Einstellung zu materiellen Dingen wurde den Zuschauern deutlich vor Augen geführt. Thomas beschrieb seinem Freund seine Zwei-Zimmer-Wohnung: „Sie kostet 120 Mark, und sie hat zwar kein Bad, aber ich bin damit ganz zufrieden. Wenn es darin schön warm ist, und ich kann die Sachen machen, die mir Spaß machen, lesen oder zeichnen oder so ...“ Ja, er fühlte sich ganz wohl. Sein Freund war aber etwas beunruhigt, da Thomas nur einer Halbtagsbeschäftigung nachging; er meinte, er hätte etwas Besseres machen können: „Du hättest studieren können.“ Er war der Auffassung, „daß man die Grundlage jetzt legen muß, damit man später einmal glücklich wird“, d. h., man müßte Geld verdienen und nach Erfolg streben. „Zum Erfolg braucht man Geld“, gab Thomas zu. „Wenn man erfolgreich sein will in dieser Gesellschaft, in dieser Leistungsgesellschaft, oder besonders viel leisten will, dann braucht man natürlich Geld, aber es geht doch für einen jeden Menschen hauptsächlich darum, daß er glücklich werden will.“ Daß er glücklich war, konnte niemand bestreiten. Aber würde es ihm mit einer solchen Einstellung nicht schwierig sein, eine Freundin, eine Ehefrau, zu finden? Thomas machte sich darum keine Sorgen: „Diejenige, die ich heiraten werde, die wird sowieso nicht einen Palast haben wollen. Ich werde da jemand aussuchen, der auch mit diesen Dingen zufrieden ist und das gleiche zu tun wünscht wie ich.“

Jehovas Zeugen interessieren sich für die Jugend, und diese Tatsache wurde sehr geschickt mit ihrer Einstellung zur Rassendiskriminierung in Verbindung gebracht. Dörte führte an Hand des Kapitels „Ein guter Nächster“ aus dem Buch Auf den Großen Lehrer hören ein Bibelstudium mit Kindern durch und erklärte ihnen, daß die Hautfarbe oder Nationalität kein Grund ist, andere zu diskriminieren. In weiteren Szenen konnte man beobachten, wie die Zeugen auch Ausländern predigten — ein Beweis dafür, daß sie sich um alle Menschen kümmern, ohne Rücksicht auf Rasse oder Nationalität.

Das Problem des Drogenmißbrauchs wurde mehrmals angeschnitten. Während einer christlichen Zusammenkunft im Königreichssaal führten Thomas und sein Partner den Anwesenden vor, wie man das Buch Mache deine Jugend zu einem Erfolg jungen Menschen anbieten kann, indem man das Kapitel „Sind Drogen der Schlüssel zum Glück?“ hervorhebt. Eine weitere Szene zeigte zwei junge Menschen, ein Ehepaar, das Drogen genommen hatte, bevor sie Zeugen Jehovas wurden. Sie betonten, daß sie sich jetzt sehr glücklich fühlen, etwas gefunden zu haben, was besser und auch befriedigender ist als Drogen.

Unterstrichen wurde auch der Gedanke, daß junge Christen ein „ganz normales Leben führen“. Eine Gruppe von jungen Zeugen war zusammengekommen, um Gemeinschaft zu pflegen, denn „wir essen und trinken genauso gern wie andere auch“, meinte Dörte. „Die Bibel sagt nicht, daß man gar kein Vergnügen haben soll. Nirgendswo wird in der Bibel gesagt, daß ... man [keine] Freude haben darf“, fügte ein zweiter hinzu. Einige von ihnen interessierten sich für das Schwimmen, andere für das Eislaufen oder für weitere Sportarten. Als Thomas ein Zeuge Jehovas wurde, hatte er allerdings mit Judo und Karate „aufgehört, weil“, wie er es selbst sagte, „ich den Menschen eine gute Botschaft des Friedens verkündige, und ich kann kein Krieger sein. Judo ist im Grunde genommen ein Kampfsport.“

„Ihr dürft aber nicht tanzen gehen!“ „Ihr dürft aber nicht in Diskotheken gehen!“ Diese und ähnliche Behauptungen wurden aufgeworfen. Interessant ist, daß bei der Stellungnahme dazu die jungen Leute immer wieder betonten, daß es oft weniger darum geht, zu entscheiden, was man „darf“ oder „nicht darf“, als vielmehr darum, was man für sinnvoll, erbauend und zufriedenstellend hält.

Trotzdem wurde vermieden, bei den Zuschauern den Eindruck zu erwecken, Jehovas Zeugen wären anmaßend und würden behaupten, ihre jungen Leute seien „gut“, alle anderen jungen Leute dagegen „schlecht“. Bei jungen Leuten fehlt es oft lediglich an der rechten Richtschnur oder an dem nötigen Ansporn, damit sie aus ihrem Leben wirklich etwas Gutes machen können. Jehovas Zeugen haben den aufrichtigen Wunsch, der Jugend zu helfen und sie nicht zu kritisieren. Dies wurde im Programm deutlich zum Ausdruck gebracht.

Um den Frieden und die Einheit innerhalb ihrer Reihen zu gewährleisten, verhalten sich Jehovas Zeugen stets neutral, und dies wurde auch kurz erwähnt. Von den vielen Zeugen Jehovas wurde Notiz genommen, die in Hitlerdeutschland in Konzentrationslagern eingesperrt waren. Es wurde ihnen allerdings vorgeworfen, sie hätten Hitlers bedrückender Regierung „keinerlei Widerstand geleistet. Ihr müßtet zum Beispiel auch was dagegen tun, wenn es wieder so würde wie im Dritten Reich.“ Der Standpunkt der Zeugen wurde so erklärt: „Wir zahlen unsere Steuern, wir akzeptieren die Gesetze ... Wir bekämpfen nicht den Staat [, nur weil] wir ihn nicht [bedingungslos] unterstützen.“ Jehovas Zeugen werden heute in Malawi, in Argentinien und in einer Anzahl anderer Länder von Regierungen ähnlich verfolgt. „Viele Menschen verstehen nicht, wie wir das aushalten können oder warum wir nicht dagegen vorgehen, warum wir uns nicht rächen. Besonders politisch Engagierte verstehen es nicht, aber wir sind überzeugt, daß die Menschen sich selbst nicht regieren können.“ Jehovas Zeugen sind bereit zu warten, bis Gott selbst die Weltherrschaft übernimmt. Sind die heutigen Weltverhältnisse nicht ein ausreichender Beweis dafür, daß dies eine sehr vernünftige Einstellung ist?

Im deutschen Zweigbüro der Zeugen Jehovas sind einige interessante Briefe über die Zuschauerreaktion eingegangen. Eine Dame hat sich zum Beispiel, nachdem sie das Programm gesehen hatte, mit den Zeugen Jehovas am Ort in Verbindung gesetzt, weil sie so sehr von deren Erfolg in Fällen von Drogenmißbrauch beeindruckt war. Da ihr Sohn mit diesem Problem zu kämpfen hat, wollte sie wissen, ob die Zeugen Jehovas ihm helfen würden. Würden sie es mindestens versuchen?

Auch außerhalb der Bundesrepublik wurde das Programm gesehen. Ein Zuschauer aus einem Nachbarland schrieb am 16. März unter anderem: „Wir ... sind eine Gruppe theokratischer Jugendlicher, die vor kurzem die Sendung ,Dörte und Thomas — zwei Zeugen Jehovas‘ sahen. Durch Euer Beispiel sind wir sehr ermuntert worden. Viele der ungläubigen Ehepartner oder Arbeitskollegen haben diesen Bericht gesehen, und das gab uns Gelegenheit, Zeugnis zu geben.“

Jehovas Zeugen freuen sich über die positive Darstellung ihrer jungen Leute. Wegen Zeitmangels war es natürlich nicht möglich, alle Fragen und Einwände bis zur letzten Konsequenz zu behandeln, wie man das eventuell gerne gesehen hätte. Der eine oder der andere mag etwas enttäuscht gewesen sein, daß „dieses Argument“ oder „jenes Argument“ nicht gebracht wurde, aber im allgemeinen war der Eindruck sehr positiv. Es ist zu hoffen, daß die Sendung viele Zuschauer, besonders junge Menschen, beeindruckt hat.

Fragst du manchmal auch nach dem Sinn des Lebens? Hast du wie einst diese jungen Leute je gedacht, das Leben sei leer und sinnlos? Dann sprich mit diesen christlichen Jugendlichen. Du wirst sie in mehr als 200 Ländern rund um die Erde finden. Ob du jung oder alt bist — sie sind bereit, die erfreuliche Hoffnung, die sie für die Zukunft haben, mit dir zu teilen. Ja, sie würden es sogar sehr gerne tun.

[Bild auf Seite 5]

DÖRTE UND THOMAS zwei Zeugen Jehovas

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