Trick oder Spiritismus auf dem Konzil in Nizäa?
● Sir Edward B. Tylor schildert in seinem Buch Primitive Culture (Urkultur) eine Begebenheit, die sich während des Konzils in Nizäa zugetragen haben soll. Er schreibt:
„Die Kirchengeschichte kennt ein Wunder, das sich am Abschluß des Konzils von Nizäa ereignet haben soll. Im Laufe des Konzils waren die beiden Bischöfe Chrysanthus und Mysonius gestorben; die übrigen Teilnehmer des Konzils trugen die gemeinsamen Beschlüsse, die sie unterzeichnet hatten, zum Grab dieser Bischöfe, richteten das Wort an sie, als würden sie noch leben, und ließen ihnen das Dokument zurück. Am darauffolgenden Tag kamen sie wieder und stellten fest, daß die beiden Unterschriften noch hinzugefügt worden waren; auf dem Dokument konnte man lesen: ,Wir, Chrysanthus und Mysonius, stimmen dem Beschluß der Teilnehmer der Ersten heiligen und ökumenischen Synode in Nizäa zu; obschon wir nicht mehr im Leibe sind, haben wir das Dokument eigenhändig unterschrieben.‘“
War diese Unterschrift durch einen Trick zustande gekommen oder durch spiritistisches Tun? Es ist interessant, daß Tylor diese Begebenheit in seinem Kapitel erwähnt, in dem er den Spiritismus und die Psychographie behandelt.
Diese Begebenheit zeigt, ganz gleich, ob es sich dabei um Spiritismus oder um einen Trick handelte, wie abergläubisch die Teilnehmer des Konzils waren und was für eine Mentalität sie hatten. Kein Wunder also, daß sie für völlig unbiblische Gedanken zu haben waren! Ja, diese Begebenheit bringt etwas Licht in die Frage, warum sich die Teilnehmer des Konzils in Nizäa für die gottentehrende Trinitätslehre entschieden und sie zur Zentrallehre der Christenheit machten.