Versiegeln eines Dokuments
In alter Zeit nutzte man Siegel unter anderem, um Vereinbarungen zu bestätigen oder die Echtheit von Dokumenten zu beglaubigen. (Siehe Worterklärungen zu „Siegel“.) Rechtliche oder geschäftliche Vereinbarungen wurden in der Antike auf wachsbeschichteten Holztäfelchen festgehalten. Die Echtheit solcher Dokumente musste von Zeugen beglaubigt werden. Dazu hatte jeder Zeuge ein persönliches Siegel mit einer individuellen Gravur. Es wurde oft als Siegelring am Finger getragen. Die fertigen Dokumente wurden mit einer Schnur umwickelt, die man mit heißem Wachs zusammenklebte. Anschließend drückte man das Siegel in das weiche Wachs und ließ es hart werden. So war das Dokument vor Fälschungen oder nachträglichen Änderungen geschützt. Es blieb verschlossen, bis man es vor Zeugen öffnete. Daher bekam der Ausdruck „besiegeln“ oder „ein Siegel aufdrücken“ die Bedeutung von „beglaubigen“ oder „bestätigen“. In dieser Bedeutung gebrauchte der Apostel Johannes den Ausdruck „besiegeln“: Wer Jesu Zeugenaussage glaubt, bestätigt (wtl. „besiegelt“), dass Gott wahrhaftig ist, also immer die Wahrheit sagt. (Siehe Anm. zu Joh 3:33.)
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